Du siehst in der Nutzung von KI für Texte einen Betrug an den Lesenden? Du fühlst dich als schlechte Autorin, wenn dich KI inspiriert? Du befürchtest, KI wird Schreibende bald vollständig ersetzen? Ich verstehe dich gut. Komm, lass dich darauf ein, dein Mindset zu Text & generativer KI aus neuer Perspektive zu beleuchten.
Doris Schuppe • Der Beitrag Mindset: Autorin & generative KI erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Es ging mir zu Beginn genauso. November 2022 fand ich, da wird mal wieder das Thema ›Künstliche Intelligenz‹ durchs digitale Dorf getrieben. Und am Ende verbleibt es im Elfenbeintrum der Wissenschaft oder in hochspezialisierten Anwendungsfällen. Rasch stellte ich fest, ieses Mal springt der Funke der generativen KI aus Forschung und Business-to-Business rüber in die Alltagswelt vieler Menschen.
Ich schreibe Blogs, Social Media-Posts, Konzepte, Workshop-Handouts, Reports, und ja: Bücher. Klar dachte ich im Reflex: »Oh, nein. Ich lass mir doch nicht von einer KI in die Schreibe spucken!«
Wer mich kennt, ahnt, dass bei mir die technische Neugier die Oberhand gewann, zumindest in diese neue Technologie hineinzuspähen.
Und hossa! Rasanter als der Beginn von Internet, World Wide Web oder Social Media geht die Entwicklung von generative KI vonstatten. Daher gleise ich wieder gerne Menschen auf, damit sie hier nicht zu spät versuchen, auf den Überschallzug aufzuspringen. Gemeinsam mit anderen aus der lernOS Community schrieb ich zum Beispiel mit an dem Selbstlernguide »lernOS KI Leitfaden«.
Überblick zu Mindset: Autorin & generative KI
Mindset & Glaubenssätze
Es ist so typisch: Etwas Neues zeigt sich, und viele sind schnell mit ablehnenden Haltungen bei der Hand. Bedeutet ja schließlich, sich Zeit dafür nehmen zu müssen. So beobachtete ich das in den frühen Jahren der Online-Welt oder später zum Beginn der Social-Media-Ära. ›Erst mal abwarten. Wer weiß, ob das bleibt.‹ Und ansonsten eher mal an die übelsten Auswirkungen denken.
In Bezug auf KI & Texten vernehme ich Glaubenssätze wie:
- ›Nur wer nicht schreiben kann, braucht eine KI.‹
- ›Schreiben mit generativer KI ist kein richtiges Schreiben.‹
- ›Bald schreibt nur noch KI die Manuskripte für Bücher, TV-Serien oder Filme.‹
Diese Haltungen blockieren. Sie verstellen den Blick auf positive Effekte, die generative KI für uns als Schreibende durchaus mitbringt.
Wie legte ich meine Haltung ab?
Also zuerst einmal wurde ich Januar 2023 in der Endphase meines Buchs von der Software ›Papyrus Autor‹ überrascht: Deren Stil- und Lesbarkeits-Analyse ist der Hammer! In meinem finalen Überarbeitungsprozess habe ich mich auf diese Software gestützt, die mir jederzeit und unermüdlich mit Hinweisen zur Seite stand.
Ein Tool zur Verbesserung der Rechtschreibung, Grammatik und des Schreibstils verbessert definitv den Schreibprozess. Erleichtert die Überarbeitung. Die Krux: Hier lege ich als Autorin einen Text vor.
Was ist, wenn ein Kapitel keine Formen annehmen will?
Muse für den Schreibprozess
Klar es gibt Kreativtechniken, die mir helfen, Schreibblockaden zu überwinden. Deutlich aufwandsärmer für mich bot sich nun generative KI an.
Genial, hier bekomme ich eine vielfältig einsetzbare Muse & Mäklerin* fürs Schreiben:
- Die KI-Muse bringt meinen Schreibprozess bei Schwierigkeiten oder beim Loslegen auf Trab. Absätze, die mir partout nicht prägnanter und einfach gelingen wollen, bekommen eine neue Version, die mir dann hilft, die finale Fassung zu finden.
- Sie ist da – egal ob frühmorgens, mittags oder am Wochenende. KI-Tools wie ›ChatGPT‹, ›CoPilot‹, ›Gemini‹ & Co. stehen mir zur Verfügung – 24×7, wie es so schön heißt. Ohne Murren oder Hinweis auf drängendere Anforderungen.
- KI-Tools mit Textfunktionalitäten sind wahre Multitalente. Ich kann meiner KI-Muse eine Sichtweise oder Rolle vorgeben, ihr Hinweise zu den zu erreichenden Personen mitgeben, Stilwünsche äußern und Textbeispiele beisteuern. Die KI-Mäklerin kann meinen Text aus einem gewählten Blickwinkel bewerten und mir Feedback geben. Besonders diese Effekte waren es, mit der generative KI mich als Fangirl gewann.
* Mäklerin – geboren aus meiner Idee der Wohnungsmäklerin:
Bei Besichtigungen als neutrale Begleitung alle Mängel des Objekts benennen … Kann ich :)
Was bleibt als Autorin?
Eine generative KI ersetzt keine meiner privat oder geschäftlich gemachten Erfahrungen. Meine Verknüpfungen und kreativen Einfälle sind ihr unbekannt. Da arbeitet mein innerer ›Komposthaufen‹, auf dem verschiedenste Erlebnisse gären, um dann in neuen Kombinationen zu Texten werden.
Natalie Goldberg prägte den Begriff »composting« für diesen Prozess im Unterbewusstsein.

KI kann, wird und mag dies ergänzen – ersetzen jedoch nicht. Oder, was meinst du?
Sicher, der Erfindungsreichtum einer generativen KI versetzt auch mich immer wieder ins Staunen. Aktuell fühle ich mich noch save. Denn in meine Texte fließen viele persönliche Erfahrungsmomente ein. Was gewinne ich? Jede Menge Inspiration, Feedback und Energie für erfreuliches Vorankommen!
Update März 2025
»ALLES FAKE!? Mit Fiona generative KI entdecken«
ist veröffentlicht.
Überblick im Tool-Dschungel
»It’s a jungle out there« – neue KI-Anwendungen sprießen ununterbrochen aus dem Boden. Tool-Übersichten versuchen mit Masse zu glänzen und überfordern letztlich die meisten Menschen. Gerne helfe ich hier den Überblick zu gewinnen. Denn es kann durchaus passieren, das die Wahl des ersten Tools den Blick auf passendere Optionen verhindert. Wieso?
Dazu ein etwas überzogenes Beispiel aus meinen Social Media-Erfahrungen: Wer als erstes Engagement im Social Web für die B2B-Kommunikation ausgerechnet mit ›tiktok‹ startet, kommt vielleicht zu dem Schluss, Social Media tauge insgesamt nichts fürs Geschäft. Und ignoriert wie jede Variante ihr eigenen Regeln, Vorzüge und Möglichkeiten hat.
So ähnlich bekomme ich das bei generativer KI mit. Da wählt jemand als ersten Berührungspunkt ein Tool wie ›ChatGPT‹, um damit typische Suchmaschinenanfragen zu bearbeiten. Desillusioniert kreisen die Gedanken vorwurfsvoll um das ›Halluzinieren‹, also den aus möglichen Wahrscheinlichkeiten generierten Antworten der KI. Es wird gefordert, generierte Inhalte abstellen zu können, da sie sich tatsächlich als falsch herausstellen.
Es ist eben oft eine Frage des Werkzeugs: Da wäre für Rechercheaufgaben ein Tool wie ›Perplexity‹ deutlich besser geeignet. Warum hat ein Werkzeugkoffer Schraubendreher, Hammer und Zange? Für verschiedene Aufgaben und Zielsetzungen gibt es unterschiedliche Werkzeuge – gleichfalls in der Nutzung von generativer KI. Dazu kommt, dass die Verwendung der kostenfreien Version eines Tools eine gravierende Rolle in puncto Zufriedenheit spielen kann.
Online Salon • Autorin & KI
Im Livestream habt ich mich zu dem Spannungsfeld Autoren / Autorinnen & KI mit Redencoach & Sprachwerkerin Hilge Kohler unterhalten. Gemeinsam verfassten wir in einer kleinen Gruppe das beliebte Büchlein »Von Analog zu Digital – 7×5 interaktive Workshop-Methoden, die auch online begeistern«.

Themen im Talk
Die Aufzeichnung kannst du hier anschauen: https://www.youtube.com/live/MQ5VnV4ZChY.
Das sind die Themen, die unter dem Video in der Beschreibung verlinkt sind:
- 00:00:00 Intro
- 00:01:13 Hilge Kohler
- 00:04:41 Hilges Superkraft
- 00:05:25 KI und Schreiben – Traumhochzeit?
- 00:08:07 Schreibst du noch oder promptest du?
- 00:12:51 Arbeitslose Schreibende?
- 00:19:23 Wie hat KI den Schreibprozess verändert?
- 00:26:49 Beispiel Rollen beim Prompting
- 00:32:30 Was kann die KI besser?
- 00:37:05 Wolf Schneider-KI
- 00:41:08 Welche KI zu empfehlen?
- 00:48:06 Schattenseiten & Feedback-Kultur
- 00:54:50 Lesbare Texte & Schreibblockade
- 00:59:08 Wie schreiben wir in 10 Jahren?
Links zu den im Video angesprochenen Tools
Wie versprochen liefere ich hier die Links nach, die wir im Livestream angesprochen haben.
Hilge & Doris
- Hilge Kohlers Buch »Auf die virtuelle Bühne« https://www.hilgekohler.com/auf-die-virtuelle-buehne
- Hilge Kohlers Blog https://www.hilgekohler.com/
- Gemeinsames eBook »Von Analog zu Digital. 7×5 Workshop-Methoden, die auch online begeistern« https://doschu.com/von-analog-zu-digital/
- Doris Schuppes Buch »Heiter bis wolkig in Digitalien« https://doschu.com/heiter-bis-wolkig-in-digitalien/
Erwähnte Tools
Chat-KI
- ChatGPT https://chat.openai.com
- Gemini https://gemini.google.com
- Pi https://pi.ai
- YouChat https://you.com/chat
Audio zu Text
- Audio Pen https://audiopen.ai
- Whisper Transcription (Mac) https://goodsnooze.gumroad.com/l/macwhisper
Grafik-KI
- Adobe Firefly https://firefly.adobe.com
- Dall•E https://openai.com/dall-e-3
- KREA AI https://www.krea.ai
Konversations-Suchmaschine
- Perplexity https://www.perplexity.ai/
Schreib-Lösungen
- DeepL Write https://www.deepl.com/write
- LanguageTool https://languagetool.org
- Papyrus Autor (ohne KI) https://www.papyrus.de
- SudoWrite https://www.sudowrite.com/app
- Wolf Schneider KI https://reporterfabrik.org/wski-editor/
Wissenschaft
- Elicit https://elicit.com
Lernen
- »lernOS KI Leitfaden« https://ai.lernos.org/de
- Ergänzung: Einsteigen in generative KI • freie Kurse
Erwähnte Methoden fürs Schreiben
Na, hast du während des Lesens deine Haltung verändert?
Ich will keinen Druck aufbauen. Nagut, ein bisschen: Die Entwicklung von generativer KI wartet nicht. Jeder Monat, ach, jede Woche, die du zögerst, dich mit dem Thema zu befassen, entgehen dir Momente zum Lernen, Sammeln neuer Erfahrungen oder dem Entdecken neuer Chancen.

1:1 Lernen mit DoSchu
Meistere mit mir den Einstieg in generative KI im individuellen Online-Training.
Details siehe Angebote in meiner Rayaworx Academy by COWOXU Mallorca!
Illustration: DoSchu • Fotos: DoSchu • Titelbild KI-generiert mit canva.com • Die weibliche Form meint andere mit.

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