Meetings, in denen sich viele nicht wahrgenommen fühlen. Kaum Interaktion im Seminar. Workshops, die Teilnehmenden keinen Raum für Austausch geben. Events, die rasch vergessen sind. Das muss nicht sein. Interaktive Formate sind das Zauberwort, und ‚Liberating Structures‘ die passende Methodensammlung dafür. Und ja: Auch hier kann KI noch ein Tüpfelchen drauf setzen.
Doris Schuppe • Der Beitrag Liberating Structures: Interaktiv im Meeting, Workshop, Event – & mit KI erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Mit diesem Beitrag möchte ich dazu einladen, (virtuelle) Räume zu schaffen, die von Offenheit, Interaktivität und einem respektvollen Miteinander geprägt sind. Dazu ist die Methodensammlung ‚Liberating Structures‘ ein wertvoller Baustein.
Übersicht zu Interaktiv im Meeting, Workshop, Event – und mit KI
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Das turbulente Meeting
Du sitzt zu viert im Meeting, und es geht hoch her. Zwei der Teilnehmenden tauschen ihre Positionen aus, eine Person vehementer als die andere. Zaghaft meldet sich Nummer drei zu Wort, um nur wieder neuerliche Positionen in epischer Länge zu provozieren. Kennst du? So sind Menschen nun einmal, die einen leise, die anderen laut. Einige nachdenklich, einige zögerlich, einige flott geradeheraus.
Was tun, um jetzt noch ein gleichberechtigtes Miteinander hinzubekommen?
- Stop sagen.
- Noch mal einen Gang zurückschalten.
Weiss ich im Vorhinein, dass es so laufen kann, dann lade ich gleich ein, eine bestimmte Methode zu verwenden. Das geht genauso mitten in einem Treffen, das harmlos beginnt, dann aber nicht mehr alle mitnimmt.
Meine Lösung: ‚1-2-4-All‘ der Liberating Structures. Das ist so eine Art Schweizer Taschenmesser in meiner Moderations-Werkzeugbox. Dazu gleich mehr.
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Liberating what? Was sind Liberating Structures?
Die Liberating Structures sind eine Sammlung von einfachen, strukturierten Methoden. Sie wurden von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless zusammengetragen und können frei verwendet werden. Der Fokus aller Methoden dieser Sammlung liegt darauf, die Teilnehmenden gut anzuleiten und vor allen Dingen alle einzubeziehen.
Du kannst in der Sammlung von aktuell 33+ verschiedenen Anleitungen stöbern, um dir bei diesen Aufgaben helfen zu lassen:
- Zusammenarbeit in der Gruppe
- Entscheidungsfindung
- Ideenentwicklung und -förderung
- Kommunikation und Konfliktlösung
- Prozessoptimierung und -verbesserung
Die Anleitungen sind detailliert und rasch anwendbar. Du kannst sie in jedweder Gruppe einsetzen, wenn dein Ziel ist, alle Teilnehmenden gleichwertig einzubeziehen und jede Person bei der Lösung von Problemen oder der Entwicklung von Ideen zu beteiligen.

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Das gerettete Meeting dank ‚1-2-4-All‘
Kommen wir zu unserer chaotischen Meeting-Situation zurück. Mit der genialen Liberating Structure ‚1-2-4-All‘ bekommst du wieder alle zum Thema zurück. Und du kannst sicherstellen, dass auch die leiseren Teilnehmenden mit ihren Ideen bemerkt werden. Das funktioniert so:
- ‚1‘ • 1 Minute persönliche Reflexion im Stillen. Lade jede und jeden ein, über das Thema die eigenen Gedanken und Ideen zu sammeln und zu notieren. Auf Klebezetteln, anonym im Online-Whiteboard in einem eigenen Bereich. Nun sind die anderen ausgeblendet, die die einige Meinungsbildung beeinflussen könnten.
- ‚2‘ • 2 Minuten Austausch zu zweit. Im 2er-Gespräche werden die individuellen Notizen entweder zusammengebracht oder die besten Ideen daraus für den nächsten Schritt gesammelt.
- ‚4‘ • 4 Minuten Austausch zu viert. Vor der großen Runde geht eine Kleingruppe die Ergebnisse aus Runde 2 durch.
- ‚All‘ • Alle fügen die Ergebnisse zusammen. Aus den vorherigen Runden werden nun die Ergebnisse zusammengebracht, visualisiert und abschließend bewertet.
Visualisieren ist hier meiner Erfahrung nach ein wichtiges Momentum. Statt luftige Argumente werden konkrete Formulierungen notiert und mit allen geteilt. Es kommt auch im Nachhinein nicht mehr das Gefühl auf, eine Idee wurde nicht gehört.
Weiterer positive Effekt: Da vor der Endrunde die Ergebnisse mehrfach kombiniert wurden, ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Person genau einen Vorschlag gemacht hat. Das senkt besonders für unsichere Beteiligte deren Stresslevel.
Weitere Beispiele für Liberating Structures, die genauso in klassischen Meeting-Situationen hilfreich sind, stelle ich dir in den nächsten Anwendungsbereichen vor.
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Workshop, Seminar, Lerngruppe
Hier gibt es jede Menge wunderbare Methoden aus der Sammlung von Lipmanowicz und McCandless. Meine Lieblings-Strukturen sind diese hier.
Lernt euch mit ‚Mad Tea‘ / ‚Mad Tea Party‘ kennen
Ich mag diese Methode als Kennenlernrunde. Besonders in einem Raum, wenn zwei große Kreise – ein innerer und ein darum gruppierter äußerer Kreis – gebildet werden, die sich nach jeder Phase gegenläufig bewegen. Für jede Phase von 1 Minute (oder 30 Sekunden) wird den 2er-Teams ein Satzanfang genannt, den alle (erst innen, dann außen oder umgekehrt) beenden.
Der ganze Raum ist in Bewegung, durch den Sprung zur übernächsten Person in der Runde ist es bisweilen angenehm chaotisch. Für einen Workshop kannst du hier thematische Satzanfänge nutzen oder darin auf die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden Bezug nehmen. Dann sind alle im Thema und gut vorbereitet dabei.
Die Moderation kann die Satzanfänge nummeriert auf einen Zettel verteilen. Sie kann die Satzanfänge laut durchsagen und am besten für alle gut sichtbar projizieren.
Ich nutze die Methode zum Teil zur Vorstellung meiner Gäste im Online Salon. Meine drei Satzanfänge dabei sind:
- An meiner Stadt, in der ich lebe, liebe ich …
- Meine geheime Superkraft ist …
- Meine Superkraft setze ich im Business so ein, dass …
Stellt euch auf den Kopf mit ‚TRIZ‘
Es ist lustig und befreit, wenn wir ein Thema statt korrekt anzugehen erst einmal auf den Kopf stellen. Statt zu fragen, was können wir tun, damit beispielsweise das geplante Event so richtig gut wird, fragen wir: Was müssen wir tun, damit es richtig sch…schlecht wird.
- 5-10 Minuten persönliche Reflexion. Lade jede und jeden ein, in einer Liste, auf Klebezettel oder im persönlichen Bereich eines Online-Whiteboards zu notieren, was sie tun können, um sicherzustellen, dass sie das schlechteste Ergebnis erzielen, das man sich in Bezug auf das geplante Event aus dem Beispiel vorstellen kann. „Go wild“ gibt es im Original noch als Hinweis.
- 5 Minuten persönliche Arbeit. Gehe deine Liste / Sammlung durch und frage dich: Gibt es etwas, was wir derzeit in irgendeiner Weise tun, das dieser Notiz ähnelt? Notiere das in einer neuen Liste oder Klebezettelsammlung.
- 5 Minuten gemeinsamer Austausch. Bringt die Erkenntnisse der zweiten Liste zusammen in einem Flipchart oder einem Online-Whiteboard.
- 5 Minuten persönliche Bearbeitung. Geh für dich deine Liste oder Sammlung von Klebezetteln durch und notiere, welche Schritte helfen, diese Entwicklung zu stoppen.
- 5 Minuten gemeinsame Bearbeitung. Bringt die Erkenntnisse zusammen in einem Flipchart oder einem Online-Whiteboard.
Anschließend kann die unter Umständen umfangreiche Sammlung in einer ‚1-2-4-All‘-Durchlauf auf das Wesentliche eingedampft werden.
Ich verwende die Methode gerne als Warm-Up für Seminare oder eine Barcamp-Session. Da sammeln wir gemeinsam die negativen Einflussfaktoren und leiten dann positive Next Steps ab. Die Negativliste ist so unverfänglich und macht Spaß, dass ich in den überwiegenden Fällen eine Beteiligung aller an dem Schritt beobachte.
PS: TRIZ steht für Theory of Inventive Problem Solving
Zu dritt gut beraten mit ‚Troika Consulting‘
Im langjährig verfeinerten Wochenseminar ‚Social Media Manager‘ entstand eine erfolgreiche Struktur, zu der ich später lernte, wie sehr sie dem ‚Troika Consulting‘ der Liberating Structures ähnelt. Lange vergab ich fiktive Firmen an 3er-Gruppen im Seminar, die sie als Social Media-Verantwortliche über die Woche für die Anwendung des Lernstoffs nutzten.
Zunehmend wurden die Plattformen vielfältiger, die von den Teilnehmenden genutzt wurden. Und sie standen souveräner für den Social Media-Auftritt ihrer Organisationen ein, niemand brauchte sich mehr hinter einer fiktiven Firma vor den anderen zu verstecken.
Für das ‚Troika Consulting‘ ist in jeder ‚Beratungszeit‘ jede:r einmal Klient:in und zweimal Consultant. Und ja: Es ist wirklich bereichernd, wenn in den Gruppen Personen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven zusammenkommen. Statt Kochen im eigenen, bekannten Saft der berühmte Blick über den Tellerrand.
- 1-3 Minuten persönliche Reflexion im Stillen. Laden die Gruppe dazu ein, für die kommende Beratungszeit ihre Frage als Klient:in nachzudenken. Es soll wenig ausgeholt werden und so konkret wie möglich nach Hilfestellung gefragt werden.
- 2 Minuten Frage Klient:in. Die Consultants der Troika-Gruppen hören genau zu, welche Fragestellung an sie gerichtet wird.
- 2 Minuten Rückfragen Consultants. Zur Klärung stellen die Teilnehmenden in der Beratungsfunktion ihre Fragen zu Unklarheiten. Keine Diskussionen anfangen!
- 5 Minuten Beratungszeit. Die Person, die als Klient:in agiert, dreht sich mit dem Rücken zu ihren Consultants. Die beiden beratenden Personen geben Anregungen un Ideen.
- 2 Minute Rückmeldung. Nun schauen sich alle wieder an, wenn die Person in der Rolle der Kundschaft zurückmeldet, was für sie in dieser Session am wertvollsten war.
- Wechsel der Rollen. Ab 2. wieder nach dem Prozedere verfahren.
Du kannst das als Moderation anleiten oder es der Gruppe überlassen, sich abzuwechseln. Beim erstem Mal ist es gut, das Timeboxing auf jeden Fall gut zu kommunizieren, damit es nicht zu einem Ungleichgewicht in der Gruppe kommt.
Der Wissensaustausch ist so wertvoll! Das kannst du als Trainer:in alleine mit einer Gruppe von 12 Teilnehmenden kaum erreichen. Nur ein einziges Mal hatte ich eine Gruppe, in der sich jemand weigerte, von Gleichrangigen Beratung anzunehmen. Es ist ja nicht so, als würde ich den Teilnehmenden die Schulung überlassen. Es geht darum zu konkreten Fragen aus dem Lernstoff von anderen Hilfestellung für die Umsetzung zu erhalten. Und na klar: Sollte es mal stocken, dann bin ich als Trainerin selbstverständlich zur Stelle.
Die nächsten Schritte mit ’15 % Solutions‘
Zum Abschluss ist mir immer wichtig, dass notiert wird, was wir durch die Erfahrungen in Seminar, Workshop, Lerngruppe oder auch Meeting schon morgen anders machen können. Das hilft vor Ohnmachtsgefühlen, wenn Social Media-Verantwortliche nach einer wunderbaren Woche unter ihresgleichen wieder in den Alltag der Firma eintauchen. Schnell geht da der Blick für das verloren, das wir eigenständig tun könnnen.
Daher frage ich:
Welche Handlungsfreiheit hast du für dich erkannt? Konkret: Was kannst du morgen ohne weitere Ressourcen und Freigabe angehen oder anders machen?
- 5 Minuten persönliche Reflexion im Stillen. Jede:r erstellt für sich eine Liste oder besser schreibt Klebezettel zu der Frage.
- 3×3 Minuten in der Troika. Im Seminar mit Dreiergruppen tauschen die Teilnehmenden ihre Notizen zu ’15 % Solutions‘ aus.
- 3 Minuten Gruppenaustausch. Gerne lasse ich hier aus den Teams besondere nächste Schritte nennen.
In einem Meeting ist es sinnvoll, mehr Zeit auf den gemeinsamen Schritt zu legen, damit alle ein gleiches Verständnis bekommen.

On the fly sofort dabei: LISA
Der Workshop stockt, du brauchst eine Inspiration? Dann empfehle ich dir die Smartphone App LISA. Da findest du rasch eine Methode und die Anleitung in vielen verschiedenen Sprachen!
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Event
Barcamp Sessions
45-minütige Vorträge in Barcamp Sessions empfinde ich als wenig innovativ. Das Konferenzformat mit offener Agenda bringt Menschen zusammen, um gegenseitig Impulse, Perspektiven, Knowhow, Inspirationen auszutauschen. Probiere doch das nächste Mal aus, wie du mit interaktiven Elementen aus den Liberating Structures mehr Rückmeldungen aus deiner Session gewinnst.
In Barcamp Sessions haben wir als Gruppe Von Analog zu Digital einige Male den Ablauf der Session mit Liberating Structures gegliedert. Lass dich von dem skizzierten Beispiel im Blog inspirieren.
Und auf der Web Engineering UnConference (#weuc) in Palma, Mallorca stellte ich in meiner Session die Liberating Structures praktisch vor. Das Thema, das viele bewegte: Wie machen wir es besser in hybriden Meetings? Nach ‚TRIZ‘ und nachfolgendem ‚1-2-4-All‘ kamen wir zu den Top3 Aspekten, die hybride Meetings gut geraten lassen. Im Rayaworx Blog habe ich darüber geschrieben.
Netzwerkbooster 2025 besonders interaktiv
Das ist das größte Kompliment, das einer virtuellen Veranstaltung gemacht werden kann? Ich finde dieses hier: „Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich in einem Online-Event war!“ Aus Studien wissen wir, digital ist anstrengend. Muss es aber nicht sein. Das haben wir mit dem Netzwerkbooster-Event mehrere Jahre in Folge gezeigt.
Sofort in den ersten gemeinsamen Gesprächen 2020 stellte Ute Blindert für ihren ersten Netzwerkbooster-Event klar: Der Event soll es den Teilnehmenden leicht machen, andere Teilnehmende kennenzulernen und sich mit ihnen zu vernetzen. Es soll keine Veranstaltung für Zuschauende werden, sondern das Programm soll die Teilnehmenden zum Mitmachen bewegen. Im Event geht auch um Inhalte, aber ganz besonders um Verbindungen.
Gesagt, geplant und geliefert.

Das Netzwerkbooster-Event hat eine Netzwerk Community auf MightyNetworks für das leichte Entdecken und Vernetzen – auch über den konkreten Eventtag hinweg. Mit Sporteinlagen laden wir zum Aufstehen und Lockern ein. Die Eventoberfläche in SpatialChat erlaubt das Bewegen mit einem kleinen Foto-Avatar im Raum, du hörst diejenigen, die nahe sind. Eine ausgiebige Mittagspause, die gerne in einem virtuellen #NeverLunchAlone Raum mit anderen verbracht werden, lässt durchatmen. Das Barcamp am Nachmittag gibt Raum fürs Lernen miteinander und voneinander. Und zur Entspannung kann jederzeit im Chillout-Room den Hühnern beim Picken zugeschaut werden – Stichwort Hühner-TV.
Ein Tag voll virtueller Vernetzung und randvoll mit Impulsen und interaktiven Angeboten. Warum spreche ich das hier an? Dieses Jahr wird in puncto Interaktion noch eine Schippe draufgelegt.
Im Tagesablauf haben wir folgende an die Liberating Structures angelehnte Programmpunkte:
- Impromptu Networking
- Drawing Together
- Troika Consulting
- User Experience Fishbowl
Nach Vernetzung zum Auftakt mit ‚Impromptu Networking‘ heisst es nach der Keynote „System smart: Wenn dein Business Probleme zum Frühstück verspeist“ mit Maren Martschenko nämlich „Drawing together! Mit Stift und Papier zu mehr Klarheit für 2025“ – angeleitet von der Kölner Liberating Structures-Queen herself Birgit Nieschalk.
Dazu wunderbare Impulse wie (Keynote), „Fokus statt nur SEO: Erfolgreich bloggen 2025“ mit Carola Heine, „Publikumsgespräche: So wird Deine Präsentation zum Dialog – Drei Bausteine für mehr Erfolg“ mit Peter-Claus Lamprecht, „Ich mach’s mir leicht: Wie du LinkedIn smart für deine Kundengewinnung nutzt“ mit Ute Blindert, „Nie wieder Finanzchaos: Mit einem einfachen Kontensystem zuerst Gewinn & Gehalt sichern – dann entspannt Steuern zahlen!“ mit Annick Weikert. Zwischendurch „Breaks.Beats.Bewegung“ mit Fabiano Da Ros.
Im Panel „Smarte Methoden – ois easy oder zu kurz gedacht?“ geht es denn als UX Fishbowl um Methoden, die dir den Alltag in deinem Business erleichtern. Mit dabei Christina Winter, Simone Naumann, Doris Schuppe und weitere Personen aus der Konferenz.
Neugierig & Lust mitzumachen?
Netzwerkbooster-Event 4. Apr 2025 • Programm & Tickets:
https://www.uteblindert.de/netzwerkbooster-event/netzwerkbooster-event-2025/
(aktuell noch günstige Preisstufe)
Transparenzhinweis: Ich bin mit COWOXU Mallorca Sponsorin des Events und unterstütze die technische Moderation.
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& was ist mit KI?
Ja, KI kann in Kombination mit Liberating Structures ebenfalls nützliche Unterstützung bieten. Zum Beispiel indem sie die Rolle der Moderation übernimmt. Oder im Hintergrund protokolliert. Oder Im Kopfstand weitere Punkte zur Sammlung hinzufügt. Oder mit dir spricht. Darüber habe ich mich mit Felix Wittke im Online Salon-Livestream unterhalten.
Online Salon Interaktive Methoden mit KI
Eine parallel zur Gruppe laufende KI-gestützte Ideengenerierung ist spannend, um abrundend noch Aspekte aufzuspüren. Wenn du ein Whiteboard von Miro verwendest, kannst du dir darin zu einem Thema rasch einen Mindmap-Themenbaum generieren.
Interaktiv kann die KI auch als Facilitator durch eine Liberating Structure führen. Dann hat die Moderation den Kopf frei für anderes und vergisst keine Anleitungsdetails.
KI spricht mit uns, kann uns also wunderbar interaktiv durch eine Selbstreflexion auf der Basis von Liberating Structures leiten. Plus: Die meisten KI-Chats haben eine Smartphone-App – das heißt, du kannst draußen mit Bewegung per Kopfhörer mit der KI durch eine Reflexion wie zum Beispiel ‚What? So what? Now what?‘ gehen. Sie notiert alles fein säuberlich, damit du anschließend mit dem Ergebnis weiterarbeiten kannst.
Im LinkedIn-Profil Felix Wittke findest du verschiedene interaktive Methoden, die er im Talk angesprochen hat. Da kannst du mit seiner Prompt-Anleitung Liberating Structures wie ‚15% Solutions‘, ‚9 Why’s‘, ‚TRIZ‘, ‚What? So what? Now what?‘ ausprobieren.
LibraFlow für interaktives Meeting-Design
Und: Felix entwickelt gemeinsam mit Lili Jassemi ein Tool, mit dem wir für die Workshop-Planung gleich Liberating Structures mit ins Programm geschrieben bekommen. Klar, habe wir sicher alle schon ausprobiert, was uns ChatGPT, Gemini & Co. an Ideen für ein Seminar generiert. Nur: Wenn wir nicht an die Liberating Structures denken und mit ins Briefing geben, wird das unter Umständen nur mäßig interaktiv.
Ganz anders mit ‚LibraFlow‘, das Felix Wittke entwickelt. Du kannst es hier ausprobieren https://libraflow.com/ (Registrierung erforderlich). Ich bin gespannt, was dir die KI-CoDesignerin für Meetings, Trainings und Workshops an interaktiven Elementen vorschlagen wird.
Kann KI also Liberating Structures unterstützen?
Yes, she can! Hier noch mal auf einen Blick die verschiedenen Möglichkeiten, wie wir unsere Praxis mit Liberating Structures durch Künstliche Intelligenz ergänzen können:
- Transkription – Das gesprochene Wort kann von KI in Text verwandelt und zusammengefasst werden. Gilt für alle Meetings, das gibt uns den Freiraum, uns aufeinander zu konzentrieren, niemand ist abgelenkt, um Notizen festzuhalten.
- Ideengeberin – Zur Ergänzung steuert eine KI via Chat oder MindMap im Miro-Whiteboard bei, was ihr zu einer erörterten Fragestellung einfällt. Im Vorfeld kann eine KI wie LibraFlow entlang der geplanten Veranstaltung passende Liberating Structures vorschlagen.
- CoModeratorin – KI-Tools können die Moderation der Liberating Structures unterstützen, indem sie die Teilnehmer entlang der Strukturen anleiten. Das ist sicher eine sinnvolle Stütze für alle, die neu mit Liberating Structures arbeiten möchten oder neu in der Moderationsrolle sind.
- Visualisierung – KI-Tools können die Ergebnisse der Liberating Structures visualisieren, zum Beispiel durch MindMaps oder Präsentationen.
- Text-/Daten-Analyse – Texte und Daten, die während der Liberating Structures erfasst oder gesammelt werden, können mit KI analysiert werden, um Trends oder wichtige Themen zu identifizieren.
- Assistenz – In einem KI-Chat kann uns die KI entlang der jeweiligen Struktur leiten, unsere gesprochenen Antworten und Ideen aufzeichnen, um sie uns im Anschluss zur Weiterverarbeitung als Text zur Verfügung zu stellen.
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Vertiefende Links
- Liberating Structures https://www.liberatingstructures.com/
- LS Menü zur Auswahl der Methode https://www.liberatingstructures.com/ls/
- LISA Liberating Structures App für Android | Google Play & iOS | Apple App Store
- Einfach.Zusammen.Arbeiten. Liberating Structures in der Praxis Hrsg. Anja Ebers & Birgit Nieschalk https://shop.autorenwelt.de/products/liberating-structures-in-der-praxis-einfach-zusammen-arbeiten-von-anja-ebers-birgit-nieschalk
- Liberating Structures User Groups in Deutschland & online https://liberatingstructures.de/community/
- Interaktive Methoden mit KI Online Salon mit Felix Wittke https://www.youtube.com/live/fCx7TM1Hth0
- LibraFlow AI Co-Designer for interactive and high-impact meetings, trainings and workshops https://libraflow.com/
Fotos: DoSchu mit Canva.com / Screenshots / VGSD e.V.




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