Bist du auf der Suche nach einem digitalen Ort, an dem ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe ohne Werbeablenkung, ohne unklare Vorsortierung der Inhalte möglich ist? 2020 begann ich intensiv Ausschau danach für meine digitalen Communitys zu halten. Jetzt entschied ich in einer 7-tägigen Challenge mit Calvin Hollywood meine Online-Community auf der Plattform ‚Skool‘ zu starten. Mit dem Blog gebe ich Einblick in mein Lerntagebuch während der intensiven Erkundung.
Doris Schuppe • Der Beitrag Wo (m)eine Online-Community starten? erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Seit Jahren erzähle ich, dass wir für unsere digitalen Communitys nach Alternativen zu klassischem Social Media Ausschau halten müssen. Einen Ort für das Miteinander ohne Unterbrechungen und Ablenkungen durch Werbung. Ohne Algorithmen, die Inhalte nach eigenen Regeln vorsortieren. Inzwischen habe ich immer weniger Lust, mich durch die Masse an KI-generierten Inhalten zu scrollen um die Posts von verknüpften Menschen zu finden, die noch wirklich was erzählen.
Okay – auf geht’s. 7 Tage intensiv Community, Community, Community liegen nun hinter mir! Seit November 2022 bin ich fakultativ aktives Mitglied in Gruppen auf ‚Skool‘ zur teilnehmenden Beobachtung. Jetzt gehe ich auf dieser Plattform mit einem eigenen Angebot an den Start. Calvin Hollywood hat mir dazu mir im Rahmen seiner CommunityAufbau-Challenge richtig guten Input und wertvolles Erfahrungswissen rund um Gemeinschaft und Online-Gemeinschaft mit auf den Weg gegeben.
Viel Spass bei meinen Überlegungen und Recherchen aus meinem Community-Lerntagebuch!
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Wie für eine Community-Plattform entscheiden?
Ich habe mir dazu eine Checkliste mit Fragen und meinen Vorstellungen dazu angelegt. Mit der habe ich meine Prioritäten bezüglich eines digitalen Zuhause für meine Community festgezurrt. Und je nachdem wie gut meine Punkte bei einer Plattform getroffen werden, kann ich dann eine Entscheidung treffen.
In teilnehmender Beobachtung erkunde ich seit 2020 verschiedene Plattformen. Die Notizen zu anderen Community-Lösungen standen mir in meiner Challenge-Zeit zur Seite. Dazu habe ich mir wieder sieben Personas angelegt, die ich mir für meine geplante Community vorstelle. Aus deren Perspektive habe ich dann angeschaut, ob sich zum Beispiel meine gestresste Trainerin mit den Gegebenheiten der Lösung anfreundet oder eher abschrecken läßt.
7 Punkte, die eine Plattform für meine Online-Community aufweisen sollte
- Einfache, nahezu selbsterklärende Nutzung. Nach Erfahrungen mit anderen Plattformen weiß ich, es ist fast schon egal, wie technisch versiert die Leute sind. Digital ist immer sperrig, ist einfach keine natürliche Art, wie wir Menschen miteinander kommunizieren. Daher möchte ich Reibungsverluste durch komplexe und mit Aufwand zu erlernende Oberflächen oder überladene Funktionsangebote vermeiden.
- Leichtes Austauschen unter den Community-Mitgliedern. Mir geht es nicht um eine Coaching-Gruppe. Meine Community soll es einfach machen, sich zu vernetzen, auszutauschen, gegenseitig zu inspirieren, miteinander und voneinander zu lernen.
- Gute und leistungsfähige Funktionen für die Interaktion. Einen Chat mit gegliederten Einträgen, der schnell lädt. ‚Tags‘ mit denen die Posts kategorisiert werden können. Video-Calls und Coworking Räume, Untergruppen für Lernteams, Kurse, die leicht zu erstellen und zu nutzen sind, damit sie aktuell bleiben.
- Bildsprache im Sinn. Die Plattform soll es der Community leicht machen, multimediale Inhalte zu teilen. Bilder verbinden, daher soll es leicht sein, über Fotos einen Einblick in die persöniche Lebenswelt zu geben oder Stimmungen auszudrücken.
- Überzeugende Landingpage für Wiedererkennbarkeit. Nehme ich als Vergleich eine Facebook Gruppe, dann gibt es neben dem Headerbild nur wenige Optionen, die Community vorzustellen. Ich möchte eine Landingpage gestalten können, die Interessierte überzeugen kann. Am besten mit der Option für ein kurzes Video.
- Mit überschaubarem Budget starten – ohne Werbeeinblendungen. Gerade für eine Community ohne Coaching-Fokus ist es wichtig, dass ich sie auch mit kleinem Budget starten kann. Professioneller Austausch ohne gleich belehrt zu werden, das ist meine Zielsetzung für die Community.
- Optionen zur Refinanzierung. Die Plattform soll es mir möglich machen, die Betreuung der Community zu finanzieren. Das kann durch eine so genannte ‚paid community‘ sein, für die monatlich wie ein Abo gezahlt wird. Oder durch exklusive Angebote, die nahtlos über die Plattform erworben werden können wie zur Community passende Kurse, Checklisten, Livestreams, die Teilnahme an einem LernCircle, etc.

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Transparenz der Plattform-Kosten
Eine Ergänzung zum letzten Punkt: Ich liebe Klarheit, welche Gebühren ich für Refinanzierungs-Angebote an die Plattform abzuführen habe. Und das ist bei einigen wirklich nicht leicht zu erkennen, sag ich dir.
So kompliziert darf das meiner Ansicht nach nicht sein! Es ist ja logisch, dass ein Plattformanbieter Geld verdienen muss – aber Transparenz ist der Schlüssel. Ansonsten liegt ja die Vermutung nahe, wieder wie in Social Media mit Daten und als Werbezielgruppe ‚bezahlen‘ zu müssen.
Gerade hat Sam Owens, der Gründer von Skool, dazu ein Video veröffentlicht, in dem er in die teils versteckten Kosten von Community-Software eintaucht und mal für uns aufdröselt:
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Was wären deine Punkte für eine Community-Lösung?
Wie in so vielen Fällen: Es gibt keine ‚beste‘ Community-Plattform für alles und jede:n.
Wähle die Lösung, die für deine individuellen Anforderungen und die jeweiligen Bedürfnisse deiner Community passt.
Apropos Bedürfnisse der Community: Mit unserem cowirkSPACE Wohlfühl-Clan für virtuelles Coworking habe ich dazu viel gelernt. Es gab so viele Wünsche, die wir in unserem ersten digitalen Zuhause wunderbar abdecken konnten. Wenn wir uns dann nach einem halben Jahr die Metriken angeschaut haben, stellte sich heraus, das viele coole Angebote für virtuelles Coworking kaum bis gar nicht genutzt wurden. Das gab uns dann bei der nächsten Wahl des digitalen Zuhauses einen prima Fokus. (Die Plattform wurde damals verkauft und stand uns daher nicht mehr zur Verfügung.)
Damit möchte ich dir mit auf den Weg geben, auf eine Community zu hören, aber auch genau hinzuschauen, was wirklich angenommen wird, was funktioniert.
Nimm dir auf jeden Fall Zeit, die verschiedenen Lösungen als Teilnehmerin ausgiebig zu erkunden. Stell dir dabei vor, wie deine idealen Community-Personas die Plattform wahrnehmen könnten.
Und falls du eben gedacht hast, Persona?! Kenn ich nicht. Dann empfehle ich dir, noch einmal einen Schritt zurück zu machen. Schau dir mit dem lernOS Community Management Leitfaden oder dem Community Canvas an, was deine Community ‚ticken‘ läßt.
Zu dem lernOS Lernpfad Community Management biete ich im Herbst eine moderierte Online-Lerngruppe an: Melde dich, wenn du dabei sein möchtest.
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Mit Gemini erstellter Online-Community-Überblick
Ich habe Gemini gebeten, einen Vergleich von Facebook Gruppe, WordPress-Community, Discord, Circle, Communi, Mighty Networks, Skool und Slack zu erstellen. Die Inhalte teile ich mit euch, das ist nicht immer hundertpro meine Einschätzung, trifft es aber schon sehr gut.








Was leider an allen Plattformen hängt: Sie haben ihren Firmensitz nicht in Deutschland, nicht mal in der EU. Wenn du hier auf Nummer sicher gehen möchtest, dann bleibt dir WordPress auf eigenem Server. Oder eine andere Lösung, die entweder zu wenig bekannt ist, nur über 1-2 Personen als technisches Backing verfügt (Risiko) oder in punkto Refinanzierung wenig zu bieten hat.
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Warum mit Skool meine Community starten?
Für mich kam hier neben den oben genannten sieben Punkten hinzu, dass die Plattform gerade alles dafür gibt, mehr Menschen auf Skool aufmerksam zu machen. Ich könnte ja auch auf WordPress eine Community anbieten, ja klar. Für eine Coaching-orientierte Community kannst du das je nach Bekanntheitsgrad auf jeden Fall in Betracht ziehen, wenn du auch jemanden an der Seite hast, der quasi 24/7 für technischen Support zur Seite steht.
Durch die Aufmerksamkeit auf eine neue Plattform wie Skool lernen Menschen mit der Oberfläche zu interagieren. Das daraus folgende ‚Skool? Ach, das habe ich schon mal in der Community XY gesehen‘ macht es leichter, in meine Community zu kommen. Und ganz klar, wo sich viele Menschen an einem großen Lagerfeuer im Internet sammeln, unter denen ich mich in diversen Communitys als Mitglied selber engagiere, werden sie auch auf meine LernBegeisterungs-Community aufmerksam.
Für meine Peer-to-Peer Learning Community ist Skool nahezu perfekt:
- Die Oberfläche ist übersichtlich, nahezu intuitiv nutzbar und lädt Inhalte mit guter Geschwindigkeit.
- Die Anbieter legen den Fokus auf den Austausch von Mensch zu Mensch.
- Das Posten von Inhalten ist sehr einfach und erlaubt auch Medieninhalte, hierzu ist auch cool, dass es Apps für iOS und Android gibt.
- Auf der LandingPage zur Community habe ich mehrere Bild- oder Video-Kacheln plus 1.000 Zeichen zur Vorstellung.
- Die Aufnahme zur Community kann mit einem kurzen Fragebogen gestaltet werden.
- Die Kosten sind transparent und für Solopreneure machbar, die Plattform finanziert sich nicht über Werbung und ermöglicht mir, mich mit zusätzlichen Angeboten oder einer ‚paid community‘ zu refinanzieren.
- Skool bietet mir den schrittweisen Start an: Ich beginne mit einer Community im Modus ‚Hobby‘, um dann später auch auf die ‚Pro‘-Variante aufzusteigen. Bis auf die URL, die mit Pro frei wählbar wird, ändert sich nichts. Das ist ein richtig cooles Angebot, das ich sonst so nicht gesehen habe.
- In Planung befindet sich auf der Entwicklungsliste (Roadmap) sowohl Livestreams innerhalb der Community ohne Zoom-Link als auch Gruppen innerhalb einer Community. Das sind genau die Faktoren, die mir heute noch fehlen, aber bald kommen. Dann wird es auch die Option geben, für Inhalte in der Rubrik ‚Classroom‘ separat ein Abonnement oder eine Einmalzahlung anzubieten. Damit wird das ‚Freemium‘-Modell möglich, das ich als erste Stufe hin zur Paid Community zur Vertiefung vorziehe.
»Ganz besonders der Fokus auf die Interaktion untereinander ist mein Schlüsselkriterium für Skool. Denn genau dazu biete ich meine Community an.« – DoSchu
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Offene Lernkultur und Peer Learning
In der 7-Tage-Challenge mit Calvins CommunityAufbau-Gruppe habe ich meine kurze Liste von potenziellen Communitys, auf die ich richtig Lust habe, gedanklich durchgespielt. Damit stand ‚offene Lernkultur und Peer Learning‘ ganz oben auf meiner Wunschliste.
Warum? Ich bin begeistert vom Konzept der lernOS LernCircle und ganz besonders von Barcamps oder Treffen im Lean Coffee-Format. Immer wieder stelle ich fest, wie unbekannt Peer Learning & Co. sind. ‚Barcamp – wie soll das funktionieren?‚
‚Lean Coffee – hä?‘
‚Liberating Structures – nie gehört!‘
Community für Peer Learning: LernBegeisterung
Mit meiner kostenfreien Community auf Skool – Codename LernYayCom – möchte ich einen virtuellen Raum schaffen, um sich zu Ideen, Erfahrungen, Tools und Methoden rund um selbstorganisierte Lernkultur und offene Lernformate auszutauschen. Die Community für LernBegeisterung soll das Lernen von Mensch zu Mensch sichtbarer machen, Neulinge im Thema dafür begeistern. Ein spannendes Umfeld von Lernbegeisterten, Praktiker:innen, Learning Professionals, Barcamp-Fans, Methoden-Geeks miteinander verbinden.
In Skool hoffe ich mit den Neuerungen zudem, meinen betreuten LernCircle-Gruppen künftig ein gutes Zuhause zu schaffen, das uns in Zoom allein fehlt. Und in Discord aus oben genannten Gründen etwas haklig abläuft.
Ja, eine Community für Peer Learning (LernBegeisterung) ist nicht DAS Mega-Thema, bei denen alle schreien, ‚da will ich mit am Lagerfeuer sitzen‘. Das war dann eher die 1990er-Jahre Community, die Sandra Koller im Rahmen der Challenge aus der Taufe gehoben wurde, herzlichen Glückwunsch dazu!
Angesichts der Verlagerung von vielen Bildungsangeboten hin zu KI und zu Lernangeboten zum Durchklicken, die veralten, sobald sie veröffentlicht werden, bin ich fest davon überzeugt, dass das Lernen von Mensch zu Mensch einen hohen Stellenwert gewinnen wird.


Und falls dich das auch interessiert, lade ich dich herzlich zum Austausch und gemeinsamen Lernen ein.
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Links zu ‚Wo (m)eine Online-Community starten?‘
Links zu Skool
Du willst mit einer Community auf Skool starten?
Dazu empfehle ich dir aus der gemachten Erfahrung:
- Tritt Calvins Community CommunityAufbau bei;
- schau dir die darin gespeicherte 7-Tage-Challenge „Wie man eine Community aufbaut“ (auch ohne Reichweite) an;
- geh nach den Schnuppertagen wieder raus oder bleibe dabei, wenn du mehr lernen und Erfahrungsabkürzungen nutzen möchtest.
Community Hintergrundwissen
- Persona – kleiner Persona Faltplan https://doschu.com/2023/02/kleiner-persona-faltplan/
- lernOS Guide Community Management https://cogneon.github.io/lernos-cmgmt/de/
- Community Canvas – a framework to help you build meaningful communities https://community-canvas.org/ (Erläuterungen auch in deutscher Übersetzung herunterladbar)
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Wer schreibt hier für dich?

Doris Schuppe ‚DoSchu‘ ist die Autorin dieses Beitrags • Moderatorin von Begegnungsräumen im digitalen Zeitalter – Barcamp, Coworking, Community, LernCircle, SchreibClub – mit Herz & KI-Kompetenz • Autorin von Blogs & Books »ALLES FAKE!? Mit Fiona generative KI entdecken« & »Heiter bis wolkig in Digitalien«.
Host von cowirk.SPACE, Rayaworx Mallorca & Peer Learning Community.
Gerne unterstütze ich dich / dein Team als Consultant oder Moderatorin.
Illustrationen: DoSchu mit Canva.com / Titelbild DoSchu mit Canva.com & Canva KI / Screenshot skool.com



… und weil es so einfach ist, bin ich meiner Passion CoffeeLove gefolgt und habe die Community der COFFEE LOVERS (de) gelauncht. Falls du Gleichgesinnte rund um Kaffee suchst, bist du im virtuellen Kaffeehaus herzlich willkommen https://www.skool.com/coffee-nerds-de-9069/about?ref=1e42222e0e474ec984b400a5249dd665. ☕️ Bis bald, Doris