Endlich besser Sketchnoten! Doch wie werde ich da besser? 12 Wochen lang lernte ich Sketchnoting zum Selbstlernen mit Austausch in einem LernCircle. Zeit für einen Blogpost: Denn viel zu wenige kennen die vielfältigen, hilfreichen LernOS-Leitfäden gar nicht. Mit ihnen kann in gut portionierten Lern-Häppchen aufbereitetes Wissen angeeignet werden.
Doris Schuppe • Der Beitrag Sketchnoting zum Selbstlernen erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Vor einigen Monaten im cowirkSPACE:
»Ich möchte mehr zeichnen«, formulierte Isa ihren Wunsch an die Community im cowirkCAMP.
»Ausgezeichnet!«, antwortete ich. »Ich wollte euch sowieso fragen, ob wir gemeinsam in einer kleinen Gruppe den ›lernOS Leitfaden Sketchnoting‹ durcharbeiten.«
Denn auf der COWORK2021 bekamen wir als Team hinter der virtuellen Coworking Community cowirkSPACE diese wunderbare Sketchnote von @kleinerw4hnsinn:

Das wollte ich gerne lernen! Prima, dass von der lernOS Community ein neuer Leitfaden genau zum Thema Sketchnoting erschien.
Wer oder was ist ›lernOS‹?
Moment, das klären wir noch schnell: lernOS bezeichnet sich als ›Open System for Lifelong Learning and Learning Organizations‹ – ein wunderbare Konzept und gleichzeitig eine wirksame Antwort & Lösung auf die Herausforderung des kontinuierlichen Lernens:
Ständige Veränderung und unser zukünftiges Wohlergehen erfordern kontinuierliches, selbstorganisiertes Lernen. … lernOS ist ein offenes System für Lebenslanges Lernen und Lernende Organisationen. Die Funktionsweise von lernOS wird in offen verfügbaren Leitfäden beschrieben. lernOS kann ganz einfach als Einzelperson, im Team oder in der gesamten Organisation praktiziert werden.
lernos QuickStart Guide
Engagierte Menschen und Know-how-Tragende in der lernOS-Community erstellen in wechselnden Teams je nach Fachlichkeit Leitfäden für das Selbststudium, die in verschiedenen Sprachen sowie digitalen Formaten genutzt werden können.
Dazu wird empfohlen, die Selbstlern-Guides mindestens im Lern-Tandem zu zweit und am besten in einem LernCircle mit 3-5 Teilnehmenden durchzuarbeiten. Und ich kann das aus eigener Erfahrung wärmstens empfehlen.

Hier meine 5 Argumente für eine Lerngruppe:
- Tieferes Verständnis des Lernstoffes – In der Gruppe treffen verschiedene Blickwinkel und Lernstile zusammen. Gemeinsam werden Unklarheiten und Verständnisprobleme der Lernhinhalte schnell und effektiv geklärt. Das ist bei Selbstlern-Projekten sehr wertvoll und lässt uns dranbleiben.
- Wissensaustausch und gegenseitige Unterstützung – Im LernCircle bringen die Mitglieder ihre individuellen Stärken und ihr Wissen in die Gruppe ein. So profitieren alle vom kollektiven Know-how inklusive Praxiserfahrungen, Lernstrategien, Lösungsansätzen oder Materialien über das konkrete Selbstlern-Angebot hinaus.
- Inspiration zu Perspektiven und Herangehensweisen – Jedes Mitglied der Lerngruppe bringt eigene Erfahrungen, Sichtweisen und Ideen mit. Dies führt zu einem vielfältigen und differenzierten Bild des Themas und läßt unterschiedliche Standpunkte erfahren.
- Gegenseitige Motivation – Die gemeinsame Lernatmosphäre in der Gruppe wirkt motivierend. Die Mitglieder fördern den individuellen Lernprozess motivieren dazu, die vorgegebenen Lerninhalte zu bearbeiten.
- Peer Learning ohne Trainerin – Ein LernCircle bietete effektives Lernen ohne ständige Anwesenheit eines Trainers oder einer Trainerin. Die Mitglieder übernehmen eigenständig die Verantwortung für ihren Lernprozess und lernen voneinander und miteinander.
Bonus-Argument: Wer offen nach Lernpartnerschaften beispielsweise via Peerfinder sucht, erweitert das persönliche berufliche Netzwerk: Insbesondere eher zurückhaltende Menschen knüpfen so neue Kontakte und bauen ein Netzwerk von Gleichgesinnten auf, von dem man auch über das konkrete Lernthema hinaus profitieren kann.
Für einen erfolgreichen LernCircle sollten die Mitglieder der Gruppe ähnliche Lernziele verfolgen bzw. Interesse an den Zielen der anderen zeigen. Wichtig ist der respektvolle und von Offenheit geprägter Umgang miteinander. Dann fördert die Zusammenarbeit gleichzeitig wichtige soziale Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit, Konfliktlösung und Empathie.
Ich nenne das gerne »Lernen mit Komplizen & Komplizinnen«
– siehe mein Beitrag Lernreise zum Neuen Lernen.
lernOS Sketchnoting
Genug der Vorrede: Jetzt zum ›lernOS Sketchnoting Leitfaden‹! Herzliches Dankeschön an die Autor:innen dieses wunderbaren Selbstlern-Guides:
Benjamin Krüger, Karl Damke, Katharina Bluhm, Katrin Mäntele, Lars Bartschat, Marjukka Zsagar-Renneberg und Raffaelina Rossetti.
Diesen LernOS Leitfaden wählten wir als Orientierung für die ›Wir wollen mehr Zeichnen‹-Gruppe im cowirkSPACE. Die Lerngruppe bestand aus vier Cowirker:innen, die sich in der cowirkCAMP-Session des monatlichen mini-Barcamp der cowirkspace Community fanden.

Angelehnt an den obigen Lernpfad über 12 Wochen nehmen wir die Anregungen, Inhalte, Links und Übungen (so genannte ›Katas‹) für unser Selbststudium des Zeichnens und Sketchnotings her. Dazu treffen wir uns online einmal in der Woche zum LernCircle auf eine Stunde. Für dieses Treffen gibt der lernOS-Guide ebenfalls Ideen zu WamUps und Katas, damit wir uns in der kurzen Zeit intensiv austauschen.
Conceptboard für visuellen Austausch
Online gegenseitig die Sketchnotes zeigen – in die Kamera halten, aber was wenn jemand mal nicht dabei sein kann? Wie eine Inspiration später mitenehmen, wenn wir die Sketchnotes nicht mehr sehen können?
Conceptboard ist die Lösung: Hier legte ich für den Lernpfad Lernwolken an und verlinkte jeweils die Kapitel. Die Notizen zu den Treffen hielten wir hier fest. Mitglieder der Lerngruppe luden hier optional ihre fotografierten Sketchnotes hoch.
Live-Sketchnoting light
Anschließend ging es mit Riesenschritten in die Challenge einen Vortrag aufgezeichnet in einem Video zu sketchnoten. Quasi Graphic Recording light. Ich wählte passend zum Sommer den Talk „Blue Mind with Dr. Wallace J Nichols“ von Wallace J. Nicols https://youtu.be/Bqy7xRPnp9I.
Zwischenstands-Kata
Der Lernpfad sieht in der 6. Woche einen Zwischenstand vor. Logisch, dass der in diesem Selbstlern-Leitaden zu zeichnen war. Insgesamt zeigten sich alle in der Gruppe überaus erfreut über ihre entwickelten Zeichen-Skills in den ersten Wochen. Das Ziel ›Wir wollen mehr Zeichnen‹ haben wir damit gut erreicht! Wir haben in dieser Zeit unsere Zeichen- sowie Kreativitäts-Muskeln aktiviert, trainiert und verfeinert.
In der Zwischenstands-Kata zeichnete ich, was ich in den ersten sechs Wochen lernte:
Zwischenstand zum Sketchnoting-Lernen: Lettering, Container, Struktur & Farben, Symbole, bikablo emotions, Video-Sketechnoting – viele verschiedene Techniken lernte ich für meine zeichnerische Kreativität.
Learnings lernOS Sketchnoting
In unserem LernCircle notierten wir als Learnings am Ende der Katas:
- Sketchnoting ist Üben, Üben, Üben – und das fällt leichter im Team.
- Regelmäßige Treffen sind sehr hilfreich.
- Jede:r kann zeichnen! Es geht nicht (primär) um Kunst.
- Die Möglichkeit zum Teilen der Werke ist mit einem Online Whiteboard in Conceptboard optimal.
- Inspirierend: Gleiche Aufgabe führt zu unterschiedlichen Ergebnissen; ebenso die verschiedenen Stile der Teilnehmenden.
- Zeichnen im Notizbuch vs. iPad: Technik ist egal.
- Die Anforderungen ab Woche 9 sind für „nebenbei“ recht anspruchsvoll.
- Live-Sketchnoting eines Vortrags ist der Hammer!



Nichtober Challenge
Aus dem Sketchnoting in der Lerngruppe ergab sich ein Community-übergreifendes Miteinander für die Art-Challenge ›NICHTOBER‹. Im Monat Oktober gibt dafür der aufrufende Cartoonist Joscha Sauer täglich einen Begriff vor, der zu zeichnen ist. Wir nahmen die NICHTOBER-Challenge als Team Wohlfühl-Clan an und trugen jeden Tag mit einer Sketchnote teil.
Eine wunderbare Erfahrung, die wir ohne den lernOS Leitfaden Sketchnoting nicht gemacht hätten. Aus den vielen Sketchnotes hier meine Honig-›Sketchplanation‹.
Illustrationen mit Sketchnotes von DoSchu, Isa Koch, @kleinerw4hnsinn. Blogtitel mit canva.com



