Lean Coffee Online

Nework blogillustration doschu

Nicht nur im geschäftlichen Umfeld, auch für regelmäßige Online-Treffen zum Netzwerken von Verbands- oder Interessengruppen bringt das Lean Coffee-Format Struktur in Meetings ohne Agenda. Die Methode kann nämlich auch wunderbar in virtuellen Treffen genutzt werden.


Doris Schuppe • Dieser Beitrag Lean Coffee Online erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.


Es gibt viele Produktivitäts-Tipps, die sagen: Nimm nie an einem Meeting teil, zu dem es im Vorfeld keine Agenda gibt. Und ja: Im unternehmerischen Umfeld ist das sicherlich ein wichtiger Hinweis.

Treffen ohne Agenda?

Darüber hinaus gibt es in meiner Erfahrung viele Treffen, bei denen sich die Entwicklung einer verbindlichen Agenda im Vorfeld schwierig gestaltet:

  • Treffen von ehrenamtlichen Verbands-Arbeitsgruppen.
  • Regelmäßige Treffen einer Lerngruppe.
  • Vernetzungs- und Austausch-Formate von Vereinen, Interessengruppen oder Verbänden.

Und damit die Produktivität erhalten bleibt empfehle ich für solche Fälle das Lean Coffee-Format, denn das beinhaltet gleichzeitig ein gutes Timeboxing. Was dann solche Meetings wieder sehr produktiv macht.

Micro-Barcamp

Das analoge Lean Coffee-Format lernte ich vor einiger Zeit in einer Barcamp-Session kennen. Dazu bloggte ich begeistert die Beschreibung, wie diese Methode eine Tagesordung für Treffen in der realen Welt schafft und beim Einhalten der vereinbarten Zeit hilft: Diskussion fokussieren mit Lean Coffee.

Illustration Lean Coffee

Ich bezeichne die Methode Lean Coffee gerne als ein Micro-Barcamp. Denn ähnlich den Treffen in größerem Maßstab bauen sich die Teilnehmenden des Meetings ihre Agenda selber zu Beginn des Treffens. Und zwar entlang der für die Anwesenden in dem Moment drängenden Themen und Fragestellungen.

So geht’s: Lean Coffee Online

Je nachdem wie visuell das Treffen unterstützt werden soll, kann die Bestimmung der Themen und Agenda auf verschiedene Weise für alle dokumentiert werden:

  • Über den Text-Chat der Videokonferenz-Lösung.
  • Mit einem von einer Person editierten Dokument, das mit allen geteilt wird.
  • Mithilfe eines Online-Dokuments, in dem alle Teilnehmenden oder eine Person schreiben können.
  • Auf einem Online-Whiteboard, auf dem eine Person oder alle gemeinsam die Agenda bauen.

Für die visuelle Unterstützung ist es schön ein Dokument oder Whiteboard zu nutzen. Und durch das Teilen des Bildschirms ist es nicht erforderlich, dass alle hier schreiben können.

Ansonsten läuft es ähnlich der analogen Lean Coffee-Treffen: Die gemeldeten Themen werden kurz vorgestellt und Rückfragen geklärt. Dann wird das Interesse durch Abstimmung herausgefunden – das geht online wunderbar. Die 2 bis 3 Themen mit dem größten Interesse werden sodann auf die Agenda gesetzt.

Coole Option in der Videokonferenz: Sollte zu einem Nischenthema Bedarf für den Austausch bestehen, kannst du als Moderation für die kleine Gruppe parallel einen so genannten Breakout-Room öffnen.

Ich sprach vom Timeboxing: Nach 10 Minuten wird gefragt, ob zu dem aktuell im Fokus stehenden Thema noch Bedarf an Diskussion besteht. Falls es vertagt werden muss, geschieht das, und das nächste Thema wird aufgerufen.

Seit Jahren nutzen wir das Lean Coffee-Format in den monatlichen Online-Treffen der webgrrls. Und inzwischen gibt es viele andere Gruppen in meinem Umfeld, die sich online so strukturieren.

Wie trinkst du deinen nächsten Lean Coffee Online?

Nework blogillustration doschu

Foto und Illustration: DoSchu

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