Hashtag … Relikt oder Résistance?

Sind Hashtags nurmehr Relikte aus der Internetgeschichte? Nur weil die Algorithmen der beliebtesten Social Media-Plattformen diese (angeblich) ignorieren – sollten wir es ihnen als Content Creators gleich tun? Ich finde, es ist an uns, diese ordnende, kennzeichnende und verbindende Instanz beizubehalten – für uns. Hier erkläre ich dir, warum.


Doris Schuppe • Der Beitrag Hashtag … Relikt oder Résistance? erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.


Neulich las ich wieder einmal auf LinkedIn:

»RIP Hashtags. Spätestens jetzt ist es offiziell: Der Hashtag hat ausgedient. … Das einstige Ordnungsinstrument im Social Web ist zum Relikt geworden.«

Selbst wenn die Algorithmen der Plattformen und deren Sprachrohre uns manchmal das Gefühl geben, dass Hashtags total out und oldschool sind, halte ich dagegen: Hashtags sind nicht tot, sie haben sich lediglich weiterentwickelt.

5 Dinge, die ich an Hashtags liebe

Tastatur Hashtag -- doschu
Hashtag auf der Tastatur

Totgesagte leben länger – relevante Hashtags erst recht!

Social Media-Plattformen verändern laufend ihre Algorithmen zur Bewertung der darauf veröffentlichten Inhalte. Vorgeblich im Sinne der Nutzenden, um ihnen die Inhalte so relevant wie möglich auszuspielen. Lange leisteten dabei Hashtags gute Dienste. Und ja, Hashtag-Spamming führte dann deren sinnvolle Logik ad absurdum. Und nun machen KI-generierte Postfluten per Content-Spamming die Auswahl schwerer.

Durch feinere, durch KI ermöglichte Analysen der Post-Texte benötigen die Algorithmen die kennzeichnenden Hashtags nicht mehr. Sie ignorieren sie, behaupten die einen. Sie nehmen sie dennoch wahr, sagen die anderen.

Es ist mir durchaus bewusst, dass die Plattformen nach anderen Faktoren entscheiden in puncto Sichtbarkeit unserer Beiträge, als wir uns das manchmal wünschen. Das gilt es im Rahmen unserer jeweiligen Möglichkeiten selbstverständlich zu beherzigen, denn oft geht es darum, die Kommunikation aus der Perspektive der Angesprochenen zu denken.

Ich finde jedoch: Wenn nun nur noch wenige in ihren Inhalten die Markierungen einsetzen, liegt darin eine große Chance. Wir geben den Hashtags die Relevanz zurück – für uns (egal, was die Plattform damit macht).

Résistance: Hashtags sinnvoll einsetzen

Was meine ich damit? Wenn du Hashtags in sinnvollem und wertschätzendem Sinne einsetzt, dann sehe ich folgende Wirkungen, die du damit erzielen kannst:

  • Du bietest qualitative thematische Verknüpfungen • Hashtags schaffen thematische Brücken, je relevanter desto besser. Statt zehn generischer Hashtags konzentrierst du dich auf drei hochrelevante Stichworte.
  • Du platzierst Hashtags lesbarer • Endlich keine Hashtags mehr direkt im Text eines Posts, weil du Zeichen sparen willst! Die 1-3 relevanten Stichworte sind zum Schluss viel besser aufgehoben, denn da unterbrechen sie nicht den Lesefluss. Aber auch das ist Geschmackssache
  • Du gibst Nischenthemen Sichtbarkeit • Bietest oder arbeitest du zu etwas Ausgefallenem? Dann sind Hashtags immer noch Gold wert. Sie ermöglichen es, genau die Inhalte zu finden (und gefunden zu werden), die wirklich interessieren.
  • Du beteiligst dich an gesellschaftlichen Themen • # BlackLivesMatter, # Klimastreik, # metoo – Hashtags können als Treiber für gesellschaftliche Debatten und Bewegungen dienen. Sie schaffen als Kampagnen-Hashtag eine eindeutige Wiedererkennung für die breite Solidarisierung.
  • Du hilfst letztlich auch den Algorithmen: Relevante Hashtags geben den ‚Algos‘ weiterhin gute Hinweise, um Inhalte einzuordnen. Gebe weiter kleine inhaltliche Wegweiser für die KI.

Bonuspunkt: Letztlich erhalten wir damit auch eine wundervolle Internet-Wortkunst.

Und apropos LinkedIn …

Obwohl ja ‚Hashtags sind tot‘ gerade für diese Plattform ausgerufen wurde, erinnere ich gerne daran, dass die ersten drei Hashtags (egal wo platziert) in die URL zum Artikel einfließen.

Gerade noch mal gecheckt zu meinem letzten Post:

Hashtags im LinkedIN Post
Hashtags im LinkedIn Post

Und so schaut die URL von LinkedIn, also der Link zu diesem Post aus: https://www.linkedin.com/posts/doschu_generativeki–bloggerin–netzwerkbooster-activity-7330476153503117312-3RjM – eindeutig zu lesen sind darin die 3 ersten Hashtags aus dem Post, die ich ans Ende setzte.

»Selbst wenn die Algorithmen der Plattformen unsere Hashtags ignorieren:
Sie helfen uns Menschen rasch Verknüpfungen zu sehen.
Warum sollten wir einander nicht helfen und unterstützen?« – DoSchu

Und du so:

# teamHashtag oder … ?

Was denkst du? Ist der Hashtag für dich weiterhin ein unverzichtbares Kommunikationsinstrument oder siehst du seine Zeit gekommen? Ich freue mich auf deine Meinung!


Illustration: DoSchu mit Canva.com • Foto: DoSchu • Screenshot Linkedin

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About Doris Schuppe

Doris Schuppe (DoSchu) steht für ›Digitalien & KI einfach verstehen‹. Sie stärkt digitale Kompetenzen, damit Berufstätige den Anschluss an digitale Arbeitstechniken nicht verpassen und generative KI für ihre Workflows entdecken. Vernetzen ist ihre Superkraft – neben der klassischen Vernetzung in Interessenverbänden bringt sie Menschen in Barcamps, Coworking, Lean Coffees, Learning Circles oder Online-SchreibClubs zusammen. Neben Blogs wie DoSchu.Com schreibt sie Bücher: 2023 erschien ihr New Work-Buch »Heiter bis wolkig in Digitalien«, 2024 als Co-Autorin der »lernOS KI Leitfaden«. 2025 folgt ein Buch rund um generative KI. Doris Schuppe abeitet als freie Trainerin, Mentorin und Moderatorin.

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