Content Creators & EU AI Act • Don’t Panic!
Akute Schnappatmung bei Agenturen, Content Creators und Unternehmen: Das Internet geht unter, weil ab August 2026 (nicht wirklich völlig überraschend) die Kennzeichnungsvorgaben aus dem EU AI Act in Kraft treten. Musst du jetzt jeden kleinen Post als ‚KI-generiert‘ geradezu brandmarken und riskieren, von den Algorithmen der Social Media-Plattformen geächtet zu werden?
Doris Schuppe • Der Beitrag KI smart nutzen: Keep cool & kennzeichne richtig erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
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Spoiler vorab
Atme tief durch. Die Welt geht nicht unter, du musst ab August ein bisschen transparenter spielen.
Hier ist der schnelle, panikfreie Durchblick für dich mit Fokus auf Content, was Sache ist. Dieser Beitrag stellt ausdrücklich keine Rechtsberatung dar.
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Die Idee der Kennzeichnung
Warum wurde das Ganze überhaupt ‚erfunden‘? Die Idee hinter der Kennzeichnungspflicht im Artikel 50 des EU AI Act (KI-Verordnung; KI-VO) ist an den Menschen orientiert, die Online-Inhalte nutzen oder konsumieren. Klar laufen an vielen interessierten Stellen gleich wieder die Vorurteile heiss, die Europäische Union gängle die Mitgliedsländer und nötige uns überflüssige Vorschriften auf.
Hm.
Denke kurz an deine Eltern oder Großeltern. Falls du Kinder oder Nichten und Neffen hast, denke an sie.
Hast du sie jetzt alle im Sinn? Prima.
Genau wie du bewegen sich nämlich auch sie im Internet. Siehst du es als übertrieben an, dass es eine Sorgfaltspflicht geben soll, um sie vor Betrug, Irreführung und Abzocke zu schützen? Um sie vor Fake News, Deepfakes und digitaler Täuschung zu warnen?
Eine Kennzeichnung in bestimmten Fällen soll und kann uns allen helfen bei der Erkennung, was ist real und was gibt vor, real zu sein.
Neben Content geht es auch um die Transparenz zu eingesetzten KI-Systemen, mit denen Menschen interagieren. Sicherlich möchtest du vorher informiert werden, falls eine Kamera im öffentlichen Raum oder an deinem vom Arbeitgeber gestellten Computer zur Emotionserkennung oder zur biometrischen Kategorisierung genutzt wird, oder?
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Mut zu Fairness und Transparenz
Die Faustregel zur Kennzeichnung von Content, den du mit KI erstellst, kannst du so auf den griffigen Punkt bringen:
Wenn ein wahrnehmbarer Inhalt (Text, Bild, Audio, Video, …) maßgeblich mit generativer KI erstellt wurde, gehört ein Label drauf.
Was musst du an Content kennzeichnen?
- Deepfakes: Realistisch wirkende Bilder, Videos oder Audioaufnahmen von echten Personen, die so nie stattgefunden haben.
- KI-Texte (Informationen): KI-generierte Texte, die die Öffentlichkeit über wichtige Themen informieren sollen (zum Beispiel Nachrichtenbeiträge).
- KI-Bilder, -Audio & -Videos: Mediale Inhalte, die fotorealistisch wirken und als ‚echt‘ missverstanden werden könnten.
Welchen Content kannst du kennzeichnen, musst es aber nicht?
- Reine Assistenz: KI-Tools, die dir beim Brainstorming helfen, Rechtschreibfehler korrigieren oder Texte umformulieren.
- Standard-Bildbearbeitung: Entfernen des Hintergrunds oder eines störenden Elements im Foto/Video oder die Rote-Augen-Korrektur.
- Offensichtliche Fiktion: Beispielsweise ein Bild von einem blauen Einhorn im Weltall; da verstehen alle von selbst, dass das keine Doku ist.
Reicht die Transparenz im Wasserzeichen?
Vielleicht denkst du, die Bild- und Textgeneratoren wie ChatGPT, Midjourney & Co. sind doch ohnehin schon so gebaut, dass sie unsichtbare Wasserzeichen in den Metadaten einfügen.
Vorsicht:
Du als Creator bist dafür verantwortlich, dass Menschen, die deinen veröffentlichten Inhalt wahrnehmen, auf den ersten Blick erkennen können, wenn dieser mit KI erstellt wurde.
Dazu gehört ein kleiner Hinweis wie ‚Generiert mit KI‘.
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Was passiert, wenn du die Kennzeichnungsvorgaben ignorierst?
Die Geldstrafen im EU AI Act sind zur Abschreckung drastisch und können in die Millionen gehen. Praktisch wird im August 2026 kaum eine ‚Content-Polizei‘ bei dir anklopfen, wenn du als Bloggerin oder Social Media-Verantwortliche mal das Label vergisst.
Haben wir uns nicht so gut wie alle darüber aufgeregt, dass manche Social Media-Plattformen zu toxischen Orten im Internet wurden, weil sie jeden KI-generierten Sch… durch die Gänge jagen?
Erfreulicherweise, finde ich, beginnen digitale Plattformen für Miteinander und beruflichen Austausch inzwischen anders darüber zu denken. Mit so genanntem ‚KI-Slob‘ angefüllte Posts braucht kein Mensch. LinkedIn und Instagram, aber auch YouTube oder TikTok filtern KI-generierte Inhalte zunehmend strenger.
Wer jetzt nicht kennzeichnet, riskiert, dass die auf diesen Plattformen mühsam aufgebaute Reichweite in den Keller geht oder der Content gelöscht wird.
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Mein Tipp: KI Guidelines checken
Prüfe in den Leitlinien zur KI-Nutzung in deiner Organisation, ob es einen Passus zur Kennzeichnung von mit KI generierten Inhalten gibt. Falls das für die ab August greifenden Vorgaben zu schwammig formuliert ist, hast du noch vier Wochen Zeit das zu überarbeiten und dein Team entsprechend zu schulen.
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Mein Fazit: Kein Grund zur Panik
Der Artikel 50 im EU AI Act ist kein ‚KI-Verbot‘ für Content Creators. Es ist ein Regelwerk für ein möglichst faires Miteinander.
Wer coolen Content mit KI baut, kann das auch weiterhin tun. Wir sagen es ab jetzt einfach nur offen und ehrlich dazu.
Und wenn der erstellte Inhalt richtig gut ist, tut dieser Hinweis dem Erfolg und der Wirkung keinen Abbruch. So erleben und erzählen es jedenfalls Creators, die ich in der AI Content Creators Skool-Community treffe (persönlicher Empfehlungslink).
Und Du so?
Wie siehst du das? Nervt dich die kommende Kennzeichnungs-Verpflichtung oder findest du die Transparenz gut? Schreib es gerne in die Kommentare!
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Links zu KI smart nutzen: Keep cool & kennzeichne richtig
Hier kannst du alles noch mal im Detail und gut erklärt zu alle Kennzeichnungspflichten aus der KI-Verordnung nachlesen:
- Transparenzpflichten im EU AI Act erläutert vom TÜV Rheinland consulting.tuv.com/aktuelles/ki-im-fokus/transparenzpflichten-eu-ai-act-art-50
- Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte – Art. 50 KI-VO bei der Gesellschaft für Datenschutz gesellschaft-datenschutz.de/ki-kennzeichnungspflicht/
- Artikel 50: Transparenzverpflichtungen für Anbieter und Betreiber von bestimmten KI-Systemen artificialintelligenceact.eu/de/article/50/
Illustration: Titel mit Canva.com, Portrait von Beate Mader und Abbildung mit Gemini KI; Infografik: DoSchu & Gemini KI • Für den Text habe ich mich mit Gemini über das Thema unterhalten

