KI Guidelines

Warum sie für Unternehmen / Organisationen jetzt wichtig sind

Guidelines zu generativer Künstlicher Intelligenz gehören zu einem verantwortungsvollen Einsatz von KI-Anwendungen im beruflichen Umfeld. Sie geben allen Beteiligten den Rahmen, um die Chancen von Künstlicher Intelligenz zu nutzen und dabei mögliche Risiken zu minimieren. In diesem Artikel erkläre ich, warum KI Guidelines für Unternehmen jetzt wichtig sind. Dazu gibt es zur Inspiration viele Beispiele aus Firmen in Deutschland, die Regelwerke und ethische Prinzipien bereits erarbeiten.


Doris Schuppe • Der Beitrag KI Guidelines erschien zuerst im Blog DoSchu.Com • aktualisiert 16. Sett 2026


Zusammenfassung tl;dr

Dienstleistende, Organisationen oder Unternehmen haben hinsichtlich der Nutzung von generativer KI eine Entscheidung zufällen: Lehnen sie KI-Werkzeuge ab? Oder setzen sie KI oder KI-Tools ein? Bei Nutzung dann ist zu klären, wie und für welche Aufgabengebiete. Denken wir zurück an den Beginn von Social Media, dann unterstützen Guidelines ein einheitliches Vorgehen. Sie bieten für Mitarbeitende Aufklärung, Unterstützung und Orientierung. In den Guidelines sollte es flexiblere Leitlinien sowie konkrete Richtlinien geben. Der Beitrag listet Links zu Empfehlungen für Guidlines von Rechtsexperten/innen, gibt Links rund um den EU AI Act, um dann konkrte Beispiele für KI-Guidelines aus dem deutschsprachigen Raum zu verlinken. Abgerundet wird der Beitrag mit Links zu ausgewählten internationalen Beispielen swie Richtlinien verschiedener Plattformen zu generativer Künstlicher Intelligenz.

Übersicht KI Guidelines

Social Media

Wir erinnern uns: Transparenz war & ist eine der großen Herausforderungen von Social Media-Kommunikation für Unternehmen. Vor einiger Zeit schrieb ich hier im Blog Warum Corporate Transparency wichtig ist. Genau wie damals, als Unternehmen begannen, Social Media und ihre Besonderheiten zu beachten, gilt es neuerlich Rahmenbedingungen und Aufklärung zu schaffen: für den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz im beruflichen Alltag.

Denn hier wiederholt sich die Geschichte: Wie damals mit Socal Media nutzen findige Angestellte heimlich KI-Tools im Berufsleben, ohne dass es ihre arbeitgebenden Organisationen wissen, so genannte Secret Cyborgs*.

*Der Begriff ›Secret Cyborg‹ geht auf Ethan Mollick zurück,
siehe https://www.oneusefulthing.org/p/detecting-the-secret-cyborgs

So wie damals sind Guidlines / Leitlinien das eine, noch wichtiger sind Trainings und der kontinuierliche Austausch zum Thema. Denn diese Technologien entwickeln sich fort, und ein kompetenter Umgang mit KI im beruflichen Umfeld wird durch den EU AI Act zur Pflicht.


Erfolgsstory KI: Dialoge

Egal, ob sich eine Firma selber mit generativer Künstlicher Intelligenz aktiv beschäftigt: Es geschieht. Und zwar mit enormer Geschwindigkeit. Und mit extrem steigender Beliebtheit.

»Märkte sind Gespräche«, heißt es im Cluetrain Manifesto. Übertragen ist es die ‚Macht der Dialoge‘, die für den enormen Erfolg von Chat-basierten KI-Anwendungen sorgt. Es ist so ‚wie früher‘, also vor dem Internet: Da besuchten wir einander, um etwas im Gespräch zu erfahren. Oder griffen zum Telefonhörer und sprachen dann gleichzeitig miteinander. Heute können wir mit einer KI chatten, die immer Zeit – und Antworten – für uns hat. In einer Welt, in der wir sogar privat vorwiegend zeitversetzt kommunizieren, um niemanden ‚zu stören‘, ist das ein wunderbares Angebot. Endlich hört jemand zu und antwortet sogleich.

Und KI-Tools helfen, lästige Routineaufgaben zu bewältigen. Darin stecken Risiken, die für begeisterte Nutzer:innen erst mal wenig offensichtlich sind.

Nur ein Beispiel dazu: Den mega langen internen Report zum neuesten Forschungsgebiet der anderen Abteilung mal eben von einer KI-Anwendung auf die Quintessenz des Inhalts bringen lassen – genial, oder?

Vielleicht weniger genial, wenn wir Geheimhaltungs-Klauseln unterschrieben haben, weil es zum Selbstverständnis der Firma gehört, die Daten der Kundschaft vertraulich zu halten. Wem ist dabei bewußt, dass diese Wundermaschine sehr gerne die Eingaben der Nutzenden wie ein lernender Datenstaubsauger einsaugt? Genau darum geht es.

»Es braucht Aufklärung, Unterstützung und Orientierung.« – Doris Schuppe KI Guidelines

Die Geschwindigkeit, mit der sich das Thema generative KI aktuell entwickelt, ist enorm und belastet viele Berufstätige. Gab es eine Vorbereitung darauf und entsprechender Kompetenzaufbau dazu in den letzten Jahren? Die Antwort ist Nein.

Die Situation erinnert stark an die frühen Jahre von Social Media. Daraus kann gelernt werden. Aus dieser Zeit wissen wir:

  • Ignoranz hilft nicht.
  • Platte Verbote von KI-Tools, von denen schon zu lesen und hören ist, sind weder sinnvoll noch wirksam.
  • Medienkompetenz aufbauen und Leitlinien definieren – this is the way.

Jede Organisation ist gut beraten, zu generativer KI Klarheit und Transparenz herzustellen. Nach KI-Lösungen zu suchen und diese zu schulen, die in Übereinstimmung mit den Rahmenbedingungen der jeweiligen Branche nutzbar sind.

Dazu noch ein Hinweis: Kundschaft oder Medien können öffentlich verfügbare Texte eines Unternehmens mit Tools überprüfen, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese mit KI-Anwendungen generiert wurden.

»Ein Tool ist ein Tool: Die Anwendung muss gelernt werden.« – Doris Schuppe Social Networks am Arbeitsplatz – Verbot sinnvoll?

KI Guidelines • generative Künstliche Intelligenz

Für Unternehmen jeder Branche ist es sinnvoll, den Mitarbeitenden in diesen aufregenden Zeiten beratend zur Seite zu stehen. Eine Zusammenarbeit innerhalb der Branche oder mit Kooperationspartnerschaften ist sicherlich hilfreich.

Die Aufgaben habe ich hier mit dem Erfahrungshintergrund aus Social Media und Recherchen für mein aktuelles Buch mal umrissen:

  • Klares Leitbild formulieren, nach welchen ethischen Grundsätzen das Unternehmen und ihre Belegschaft mit Tools umgehen, die generative Künstlicher Intelligenz nutzen.
  • Passend auf das Unternehmen zugeschnitten Wissen zu generativer KI entwickeln:
    • Projektgruppe zur Potenzialevaluierung bilden
    • Übungsmöglichkeiten für Interessierte schaffen
    • Zulässige Anwendungsbereiche benennen
    • Verständliche Risikoeinschätzungen zu Tools geben
    • Wissenstransfer im Unternehmen organisieren (FAQ-Sessions, Podcast, Artikel, …)
    • Griffige Hilfestellung und Tipps für den Umgang mit genKI-Anwendungen geben.
    • Verständliche Hinweise auf gesetzliche Vorgaben (Datenschutz, Verschwiegenheits-Verpflichtung, Erklärbarkeit, Urheberrecht, …) geben.
  • Kontakt mit Telefon und Messenger zur Unterstützung in kritischen Situationen anbieten.

Ergänzung: Genauso wie bei Richtlinien zum Einsatz von Social Media im Business empfehle ich, die Guidelines zur geschäftlichen Nutzung von KI so knapp und doch verständlich wie möglich zu gestalten.


Assoziationen zu "genAI" in KaWa
genAI – Assoziationen

In diesem Beitrag sammle ich Beispiele zu Guidelines zu generativer KI mit regelmäßigen Updates. Den Fokus lege ich dabei auf deutschsprachige Richtlinien. Zur Inspiration liste ich zudem ausgewählte Empfehlungen sowie internationale Guidelines.

Leitlinien oder Richtlinien?

Leitlinien sind flexibler als Richtlinien, sie dienen der Orientierung. Richtlinien dagegen sind das Mittel der Wahl um sicherzustellen, dass in der Organisation alle nach vorgegenen Spielregeln handeln.

  • KI-Leitlinie • Eine großartige Orientierungshilfe, die ermuntert eine Auswahl von Tools auszuprobieren. Sie bietet für die Organisation bewährte Workflows und Werkzeuge und bietet Empfehlungen. Dabei lässt sie den Mitarbeitenden einen Spielraum, für den die Leitlinie sozusagen die Leitplanken aufzeigt.
  • KI-Richtlinie • Wenn gesetztliche Vorgaben einzuhalten sind, dann ist die Richtlinie verbindlich. Sie formuliert klare Regeln, die alle in der Organisation für regelkonformen Abläufe einzuhalten haben.

Ich bin ein Fan von Leitlinien. Ganz besonders wenn es sich um ein Themenfeld handelt, dass sich rasch weiterentwickelt. Da sind Leitlinien anpassungsfähiger und unterstützen die jeweilige praktische Auslegung. In manchen Branchen und Unternehmen ist es jedoch wichtig, aufgrund gesetzlicher Vorgaben verpflichtende Handlungsweisen einzuhalten. Da empfehle ich eine Mischform: Also einen Teil, der konkrete KI-Richtlinien benennt, und einen Teil, der KI-Leitlinien vorgibt für die mündige Entscheidung in anderen Bereichen.

»Leitlinien sind anpassungfähig und unterstützen die praktische Auslegung in einem veränderlichen Themenumfeld. Wenn Richtlinien erforderlich sind, empfehle ich eine Mischform mit konkreten gesetzlichen Vorgaben und Leitplanken für andere Bereiche.« – Doris Schuppe KI Guidelines

Empfehlungen zu KI Guidelines von (Rechts)Expert:innen

Im EU AI Act (Artificial Intelligence Act) schreibt in Art. 4 die KI-Kompetenz vor. Das kann auch gut mit Guidelines und entsprechenden Schulungen nachgewiesen werden.

»Die Anbieter und Betreiber von KI‑Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI‑Systemen befasst sind, über ein ausreichendes Maß an KI‑Kompetenz verfügen, wobei ihre technischen Kenntnisse, ihre Erfahrung, ihre Ausbildung und Schulung und der Kontext, in dem die KI‑Systeme eingesetzt werden sollen, sowie die Personen oder Personengruppen, bei denen die KI‑Systeme eingesetzt werden sollen, zu berücksichtigen sind.«
EU AI Act https://ai-act-law.eu/de/artikel/4/

Aus meinem aktuellen Romanmanuskript rund um generative Künstliche Intelligenz hilfreiche Fundstellen zur KI-Verordnung der EU:

KI Guidelines: Top 3
Beispiel City Of San Francisco

KI-Wissen mit
‚Lernen im Vorbeilesen‘-Prinzip:
Gewinne Know-how und wichtige Fragestellungen zu generativer KI eingebettet in Romanhandlung, die in München spielt. Hauptfigur Fiona ist mit einem verleumderischen Deepfake-Video konfrontiert – wie geht sie, ihre Freunde und die Führungskräfte in ihrer Firma damit um?

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Transparenzhinweis: Für diesen Beitrag führte ich Recherche-Dialogen zu KI Guidelines in deutschen Unternehmen mit Google Bard, Newsflash und YouCom • Illustration: DoSchu mit canva.com

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About Doris Schuppe

Doris Schuppe (DoSchu) steht für ›Digitalien & KI einfach verstehen‹. Sie stärkt digitale Kompetenzen, damit Berufstätige den Anschluss an digitale Arbeitstechniken nicht verpassen und generative KI für ihre Workflows entdecken. Vernetzen ist ihre Superkraft – neben der klassischen Vernetzung in Interessenverbänden bringt sie Menschen in Barcamps, Coworking, Lean Coffees, Learning Circles oder Online-SchreibClubs zusammen. Neben Blogs wie DoSchu.Com schreibt sie Bücher: 2023 erschien ihr New Work-Buch »Heiter bis wolkig in Digitalien«, 2024 als Co-Autorin der »lernOS KI Leitfaden«. 2025 folgt ein Buch rund um generative KI. Doris Schuppe abeitet als freie Trainerin, Mentorin und Moderatorin.

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