Wer kennt ihn nicht, den Homeoffice Blues? Wie können wir die Freiheit behalten, die uns Soloselbstständige, Freelancer und Angestellte fasziniert, und gleichzeitig der Einsamkeit trotzen, um fokussiert an unseren beruflichen Aufgaben zu arbeiten? Für den Flow auf Knopfdruck gibt es einen Trick: Gemeinschaft. Und damit das gut läuft, ist ein wunderbarer Timer für den synchronen Herzschlag im Homeoffice ein Schlüsselelement.
Doris Schuppe • Der Beitrag Flow auf Knopfdruck: Gemeinsam fokussiert arbeiten erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Diesen Beitrag wollte ich schon so lange schreiben, hatte es jedoch vergessen. Beziehungsweise ich dachte, ihn längst im Blog geschrieben und veröffentlicht zu haben. Als ich jetzt die Night Shift Coworking Sessions startete, wollte ich auf den Post verweisen. Tja, und dann stellte ich fest, außer dem Anfang und ersten Ideen war nicht viel notiert. Das Leben und andere Themen kamen dazwischen.
Freu dich auf diese Themen (Übersicht)
- Homeoffice Blues
- Schon mal von ‚Body Doubling‘ gehört?
- Dein neuer Herzschlag im Homeoffice
- So funktioniert der ‚Synchrone Herzschlag‘
- Fazit Freiheit behalten, Fokus gewinnen
Als Online-Moderatorin für LernCircle, Deep Dive-Sessions und virtuelles Coworking suchte ich einen Timer. Eine gemeinsame Zeitanzeige, die ohne großartige Installationsanforderungen daherkommt und individuelle Zeiträume bietet. Am besten sollte der Timer unabhängig von einer Videokonferenz-Lösung funktionieren und einfach zu nutzen sein.
‚Warum denn unabhängig?‘, fragst du? – Damit wir die Videokonferenz auch zuklappen können.
‚Und warum sollten wir die Konferenz schließen wollen?‘ – Nun, da gibt es verschiedene Gründe. Zum Beispiel weil jemand in der Zeit eine andere Videokonferenz starten muss. Oder weil jemand eine Videoaufzeichnung am selben Computer machen möchte, das geht dann gerne mal auf Kosten der Lippensynchronizität.
‚Und was hat das jetzt bitte mit der Titelzeile Flow auf Knopfdruck: Gemeinsam fokussiert arbeiten zu tun?‘ – Okay, dann lies weiter, ich hole dich kurz ab.
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Kennst du? Homeoffice Blues
»Produktivitätskiller Nummer eins ist nicht das Home Office, sondern die Einsamkeit«, schreibt Inga Mende über eine Studie von McKinsey in ihrem Beitrag Mangelnde Produktivität im Home Office: Einsamkeit ist der wahre Grund in ‚Business Punk‘.
Als Soloselbstständige und Freelancer kennen wir das Dilemma, das Angestellte im Homeoffice neu kennenlernen / kennenlernten. Es ist wunderbar, wie wir durch die neuen Möglichkeiten flexibler über den Tag verteilt arbeiten können. Wer den Anfahrtsweg ins Büro einspart gewinnt mehr der Zeit für private Unternehmungen und familiäre Aufgaben. »Viele Studien kommen inzwischen zu dem Schluss (…): Die Produktivität steigt, weil Mitarbeitende viel öfter in einen Flow-Moment kommen«, notiert auch Mende im Artikel.
Und dennoch sitzt da ein Produktivitätskiller im Homeoffice: die Einsamkeit. Es fehlt das Gefühl, zu einem Team, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Einsam war gestern – Zeit dir den Team-Spirit wieder in dein Business zu holen!
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Schon mal von ‚Body Doubling‘ gehört?
Eine Lösung, die ich selber als Selbstständige im Sommer 2019 entdeckte, nennt sich Coworking. Der gemeinsam genutzte Raum war zu Beginn ein tagsüber übersichtlich frequentiertes Café in München. Später dann der Coworking Space ‚combinat56‘ von Brübach-Schlickum in Westschwabing, München. Durch die Gemeinsamkeit mit anderen, die gleichzeitig ihren eigenen Projekten nachgehen, fühlte ich mich deutlich motivierter als allein im Homeoffice.
Für dieses Phänomen gibt es inzwischen einen Begriff: ‚Body Doubling‘. Die bloße Anwesenheit einer anderen Person erhöht die Konzentration und senkt die Hemmschwelle, mit unangenehmen Aufgaben zu beginnen. Ein Effekt des Miteinanders, den die Psychologie seit langem erkundet. In den letzten Jahren wurde dafür der Name Body Doubling zunehmend bekannter, da er in Social Media aufgegriffen wurde.
Falls du wie ich früher viel und gut in der Unibibliothek gelernt hast: Es ist quasi der ‚Bibliotheks-Effekt‘ fürs Homeoffice, der glücklicherweise auch virtuell funktioniert.
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Dein neuer Herzschlag im Homeoffice
Für den Flow auf Knopfdruck helfen dir gemeinsame Arbeitsphasen mit anderen Menschen. Das können Bekannte sein, Angebote von virtuellen Coworking-Gruppen, als Angestellte durchaus auch nette Kolleg:innen.
Als Soloselbstständige lieben wir die Freiheit, unseren Tag mehr oder weniger frei einzuteilen. Da ist es manchmal eine gewisse Überwindung, sich für Co-Präsenz und Coworking-Sessions zu verabreden. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen: Es lohnt sich.
Synchroner Fokus statt Chaos
Lässt du dich gerne ablenken? Durch die synchronisierten Arbeitsfenster mit anderen im gemeinsamen Video-Call bleibt der Fokus auf der Aufgabe, die du dir vorgenommen hast. Denn zu Beginn sagst du im Check-In kurz den anderen, was du in der kommenden Zeiteinheit vorhast.
Grundsätzlich wissen wir ja, was wir zu tun haben – der externe Taktgeber fehlt im Homeoffice als Ansporn. Gemeinsam mit anderen im gleichen Rhythmus aktiv zu sein ist wie ein ‚Metronom für die eigene Freiheit‘ (danke Gem für die Formulierung). Du wechselst zwischen Zeiten für fokussiertes Deep Work sowie gemeinsamen Pausen und gewinnst gleichzeitig das Gefühl, Teil eines Teams zu sein.
Social Commitment ohne Meeting-Burnout
‚Noch eine Videokonferenz!‘, mag der eine oder die andere stöhnen. – Ja, das kann ich verstehen. Dieses Online-Meeting zur gemeinsamen Coworking-Session ist jedoch nur die Klammer. Und dazu eine temporäre. Mit einem coolen Tool, das ich dir gleich vorstellen werde, ist sie sogar nur noch sehr punktuell wichtig.
So eine Online-Konferenz für Coworking oder Deep Work-Phasen ist anders als ein ‚klassisches‘ Online-Meeting:
- Du hast sie aktiv aufgesucht;
- Niemand wird darin ständig reden;
- Du musst nicht die ganze Zeit aufmerksam auf die anderen achten;
- Du nimmst nur wahr, andere sind auch gerade produktiv (zum Beispiel in einer Session früh am Morgen, um endlich das Buchmanuskript abzuschließen);
- Es geht um co-Präsenz, nicht um Collaboration.
Diese Coworking-Sessions online sind eine verabredete Verbindlichkeit in deiner hoch geschätzten Flexibilität in Selbstständigkeit oder Homeoffice. Eine freiwillige Verbindlichkeit, die dir zugute kommt.
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So funktioniert der ‚Synchrone Herzschlag‘
Ein möglicher Ablauf als Beispiel:
- Zur verabredeten Zeit begrüßt ihr euch in der Videokonferenz.
- Ihr bestimmt, wie lange ihr gemeinsam an euren Projekten arbeiten und wann ihr Pausen machen wollt.
- Jemand übernimmt die Rolle des/der Zeitwächter:in, der/die den Timer startet und andere gegebenenfalls auf eine Pause aufmerksam macht.
- Ihr wählt einen für alle sichtbaren Timer und stellt darin die Zeit ein.
- Bevor es los geht, sagt jede:r ganz kurz, welche Aufgabe oder Teilaufgabe er/sie in der Zeit bewältigt haben möchte.
Manche wählen für die Arbeitsphasen die Pomodoro-Einheiten von 25 Minuten, andere wünschen sich längere Phasen. In den synchronen Pausen von 5 oder 10 Minuten erfrischt ihr euch, werft einen Blick aus dem Fenster und tauscht euch übers Wetter, Jahreszeit oder andere leichte Themen aus.
Mein Herzschlag-Tool: Cuckoo Timer
Eingangs erzählte ich, dass ich als Online-Moderatorin einen Timer suchte, der möglichst unabhängig von der Videokonferenz läuft und für alle gleichzeitig sichtbar ist. Mit dem wir auch während eines Deep Dives in ‚Kanninchenlöcher‘ wieder herausfinden.
Ich habe ihn in dem ansprechend gestalteten Timer Cuckoo Team gefunden.
Und so funktioniert’s:




Hier kannst du den Timer Cuckoo Team https://cuckoo.team sofort nutzen.
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Fazit Freiheit behalten, Fokus gewinnen
Überwinde die Isolation und komme ins Tun! Seit ich 2009 das vernetzende Arbeiten im Coworking favorisiere, erlebe ich immer wieder, wie produktiv das Miteinander machen kann. Für Angestellte oder ehemals angestellt Tätige der Hinweis: Das ist so und anders als in einer Firma, weil es frei von Hierarchien oder ‚Politik‘ in einer Organisation stattfindet.
Ich bin glücklich, dass Coworking für mich entdeckt habe. Und besonders glücklich darüber, dass ich seit 2020 Interessierten die Möglichkeit gebe, virtuell wie in einem Coworking Space zusammen produktiv zu sein. Damit sie ihre Einsamkeit im Homeoffice durch die Gemeinschaft im cowirkSPACE aufbrechen. Sie bleiben frei und flexibel, an welchen Tagesstrukturen oder Body Dobuling-Session sie teilnehmen. Wir führen keine Anwesenheitsliste sondern freuen uns über jede, die da ist.
Komm ins Online-Coworking
• Hier kannst du dich aktuell für die Teilnahme am cowirkSPACE auf Discord bewerben.
• Du bist auf Skool? Dann mach mit in der Skool Community The Coworking Space (de)von Britta Erbe.
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Doris Schuppe ‚DoSchu‘ ist die Autorin dieses Beitrags • Moderatorin von Begegnungsräumen im digitalen Zeitalter – Barcamp, Coworking, Community, LernCircle, SchreibClub – mit Herz & KI-Kompetenz • Autorin von Blogs & Books »ALLES FAKE!? Mit Fiona generative KI entdecken« & »Heiter bis wolkig in Digitalien«.
Host von cowirk.SPACE, Rayaworx Mallorca & Peer Learning Community.
Gerne unterstütze ich dich / dein Team als Consultant oder Moderatorin.
Illustrationen: DoSchu mit Canva und Screenshots cuckoo.team
