Meine Erfahrungen mit einer täglichen Schreibübung
Wie du weißt, habe ich meine Wurzeln im fachlichen Schreiben. Daher arbeite ich kontinuierlich daran, meinen Schreibstil weiter und kreativer zu entwickeln. Deshalb habe ich an einer 100-Tage-Kreativ-Challenge teilgenommen. Warum eine Challenge, was bringt kreatives Schreiben – hier mein Bericht dazu.
Doris Schuppe • Der Beitrag Kreatives Schreiben als Challenge erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Du schreibst – dann kennst du das: Du sitzt vor dem leeren Blatt Papier oder dem blinkenden Cursor, und die Ideen wollen einfach nicht fließen. Deine Gedanken wandern zu anderen Themen, die gerade wichtig sind oder meinen sich in den Vordergrund drängen zu müssen. Gift fürs Schreiben am Buchmanuskript! Mit den Schreibübungen zum kreativen Schreiben habe ich dafür mein Gegenmittel gefunden.
Warum an einer Challenge teilnehmen?
Was ist das Besondere an der Methode ›Challenge‹? Ich sehe diese drei Vorteile, die mir so eine Challenge schmackhaft machen:
- Zeit-Faktor: Die Challenge ist zeitlich begrenzt. Wenn mir das nichts bringt, kann ich es nach den 100 Tagen zu den Akten legen und als Erfahrung verbuchen. Durch den Zeitraum bin ich motiviert, dranzubleiben, und es wenigstens mal eine Zeitlang durchzuhalten.
- Du bist nicht allein: Andere sind gleichzeitig mit ihren Zielen aktiv. Wie bei der Motivation durch eine Lerngruppe beim Selbstlernen ist es ein Ansporn, mit anderen gemeinsam in der Challenge zu sein. In meinem Fall war es die Skool-Community ›Kreativ Challenge‹, die von Bianka Behrami angeboten wird.
- Gewohnheitsbildung: langfristige Veränderung erwünscht. Durch die intensive Challenge-Zeit schaffen wir es, uns neue Haltungen oder Aktivitäten anzugewöhnen, sie in unseren Alltag zu integrieren und über die Challenge hinaus beizubehalten.
Was setze ich mir als Ziel?
Ich will meinen Schreibstil kontinuierlich verbessern. Schon lange nutze ich Kreativitätsübungen, lese Bücher über das Schreiben. Es reizte mich daher sogleich, bei der ›Kreativ-Challenge‹ mitzumachen. Dafür setzte ich mir das Ziel, täglich meinen kreativen Schreibmuskel mit 10- bis 15-minütigen Schreibübungen zu trainieren.
Klar, ich schreibe, und viele mögen meinen Stil (Danke!). Lese ich selber meinen veröffentlichten Business-Roman über Remote Work, Workation und die Herausforderungen der Zusammenarbeit in der unterhaltsamen Romanstory, drängt es mich, meine Schreibe weiter auszubauen, damit es leichter fällt. Aktuell arbeite ich an einer Art Fortsetzung der ersten Business Novel, die sich nun mit generativer KI und damit verbundenen wichtigen Fragestellungen befasst.
Auf zum kreativen Schreiben
Die ›Kreativ-Challenge‹ begann Anfang August. Und ich war voller Vorfreude. Im Juli kaufte ich einen Online-Kurs des Magazins ›flow‹ zu kreativem Schreiben und freute mich über ein schönes Package als Startpunkt. Gemeinsam mit meinem Kater packte ich die Box aus, in der neben einem schönen Notizbuch zum Schreiben auch das »Dein flow Kreativ-Buch für mehr Ruhe – jeden Tag« enthalten war.
Leider war der Umfang des Online-Kurses rasch erschöpft. Das beigefügte Kreativbuch bringt viele Ideen – wenige richten sich dabei an den Schreibmuskel.
Wo finde ich Übungen für kreatives Schreiben?
Also machte ich mich auf die Suche nach inspirierenden Übungen per Suchmaschine, fragte die Challenge-Community nach Tipps und quatschte mit der KI von ›Gemini‹ dazu. Am 8. August machte ich eine kreativ-schreibende Achtsamkeitsübung zum ›8sammeln‹, die ich in einem Blogbeitrag veröffentlichte.
Wie ein Schwamm saugte ich Anregungen auf und testete sie. Lieblingsübungen und andere mit Potenzial dazu sammelte ich in meinem Online-Whiteboard Kreatives Schreiben üben. Jetzt habe ich immer eine Idee für eine tägliche Schreibübung griffbereit! Das ist prima, denn so konnte und kann ich jederzeit ohne langes Überlegen direkt loslegen. Und ich notierte mir weitere Startpunkte zum Durchstöbern, um noch mehr über kreatives Schreiben zu lernen.
Diese Sammlung mit Übungen zum kreativen Schreiben kannst du gerne nutzen, und in meinen Online-SchreibClubs stelle ich sie den Teilnehmenden zur Verfügung:
https://padlet.com/dsraya/kreativesSchreiben.
Du magst ein paar Übungsbeispiele? Bitteschön:
›Wildes Schreiben‹
- Stelle einen Timer auf 10 Minuten.
- Dann heißt es schreiben – einfach schreiben, was dir gerade durch den Kopf geht, bis es klingelt.
›Storytelling Würfel‹
- Würfel deine Storytelling Würfel. ( Alternative: Klicke online eine Zufallsauswahl bei https://davebirss.com/storydice-creative-story-ideas/ )
- Stelle den Timer auf 10 Minuten und schreibe die Geschichte zu den erwürfelten Symbolen.
›Krimi‹
- Beschreibe einen Garten aus Sicht einer Frau, die gerade einen Mord begangen hat.
- Erwähne den Mord nicht.
Quelle: Schreibzirkel Frankfurt
›Zufallswörter Text‹
- Generiere 3 oder 5 zufällige Wörtern mit https://www.contentman.de/tools/zufallswoerter-text/.
- Stelle den Timer auf 10 Minuten und schreibe einen Text mit den Wörtern in der Schreibweise, wie sie generiert wurden – bis der Timer klingelt.
- Zusatz-Challenge: Beachte die generierte Reihenfolge der Wörter.
›Karte des Herzens‹
- Zeichne eine Landkarte deines Herzens oder des deiner Romanfigur ( Inspiration »Carte de Tendre«, Madeleine de Scudéry, 17. Jh; gute Anleitung dazu siehe Orte des Herzens ).
- Benenne Ort, Berge, Flüsse etc. nach Freund:innen, Werten und Themen, die dir –oder deiner Romanfigur– am Herzen liegen.
- Lass Deine Zeichnung auf dich wirken. Dann schreibe 10-20 Minuten eine Geschichte dazu.
Quelle »Dein Flow Kreativ-Buch« #154
Coole Ideen, oder?
Wenn eine Übung von mir als ok befunden wird, aber nicht in meine Lieblingsliste passt, speichere ich sie in die Spalte ›Weitere Übungen • DoSchu‹. Die Übungen, die ich total blöd fand, lasse ich weg. Wer sich auf die Suche machen möchte, findet in der letzten Spalte einige gute Inspirationsquellen.
Wenn du eine Übung gemacht hast, und sie toll findest:
Bewerte sie gerne mit den Herzchen.
Fundstück zur Motivation
Vor vielen Jahren war Texterin und Text-Coach Andrea Goffart auf Workation bei uns im Coworking Space auf Mallorca. Im Notizenspeicher fiel mir der Link zu ihren Tipps ins Auge, die ich durcharbeitete. Ihren Tipp Nr. 12 habe ich mir speziell herausgezogen zur Motivation und mit Canva rasch illustriert.
Okay, und wie lief nun die Challenge?
Tja, wie das Leben so spielt: Es kamen persönliche Herausforderungen dazwischen. An vielen Tagen fiel es mir schwer, die Viertelstunde Schreibzeit einzuhalten. Manchmal hatte ich einfach den Kopf nicht dafür, denn mir ist Zeit mit Besuch oder die Pflege eines Katers mit gebrochenem Hinterlauf wichtig.
Die Challenge wurde zur Herausforderung, die Zeit dafür freizuschaufeln. Der Kater musste drei Wochen im Haus bleiben und durfte nicht springen. Das geht klar vor. Zum Glück hat er das Ganze perfekt geheilt überstanden.
Und doch betrachte ich die Challenge als Erfolg.
- Zu meinen habe ich einen wertvollen Fundus an Übungen gesammelt, die ich jetzt und in Zukunft nutzen kann.
- Zum anderen habe ich für mich diese Mini-Trainings entdeckt, um ins Schreiben zu kommen.
Denn eine der wichtigsten Erfahrungen war, dass eine kurze kreative Schreibübungen ausreicht, um neue Ideen für mein Buchmanuskript zu entwickeln.
Ein Beispiel:
Eine der Übungen forderte auf, ein ›Manifest‹ zu verfassen. Also dachte ich an meine Hauptfigur und schrieb aus ihrer Perspektive ein Manifest für vegetarische Lebensweise. Dann gefiel mir das Manifest, und ich beschloss: Das kann meine Hauptfigur doch durchaus in der Firma mit anderen gemeinsam verfasst haben. Ich baute es in die Romanhandlung ein, und im Anhang gibt es dann das überarbeitete Manifest als Anregung.
Ein anderes Beispiel:
Von ›Gemini‹ bekam ich die Empfehlung, ein Bild zu beschreiben. Ich wählte einen wunderschönen Garten, den die talentierte Gärtnerin Sarah Stiller angelegt hat. Dann entdeckte ich ein Video, das sie von ihrem schönen @myCottageGarden.de auf Instagram gepostet hatte. Tja, dann beschrieb ich also den Gang durch ihren verwunschenen Garten. Und als ich damit fertig war, fiel mir auf, wie perfekt der Text für die Beschreibung des Gartens am Haus passte, in das eine Figur im Roman gezogen ist. ›Win-win‹!
Du siehst: Durch das kreative Schreiben gewann ich konkrete Ideen fürs Buchmanuskript, an die ich vorher nicht gedacht hatte. Und so kamen mir dann und wann durch meine Übungen während der Challenge nützliche Inspirationen für die Story.
Fazit
Die Kreativ-Challenge war cool. Danke an Bianka Behrami für die Anregung und Gemeinschaft.
Ich kann dir sehr empfehlen, so eine Herausforderung anzunehmen. Meine Zeit, die ich investieren konnte, ›zahlte‹ sich in einer Fülle von Ideen und Inspirationen aus.
Diese Challenge hat mir die neue Gewohnheit eröffnet, mindestens einmal in der Woche 15 Minuten dem kreativen Schreiben zu widmen. Mit meinem Padlet steht mir sofort eine Übungsanleitung zur Seite. Schreibblockaden sag ich jetzt auch auf diese Weise adieu.
Welche der Übungen spricht dich am meisten an?
Illustration: DoSchu mit canva.com und eigenen Fotos / Screenshots




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