Wie kann ich mit KI meine Texte verbessern ohne in ‚KI Sprech‘ zu verfallen?
Falls du ein Interesse daran hast, an deinem Schreibstil zu arbeiten, bist du hier richtig. Die Serie ‚KI smart nutzen‘ zeigt dir heute, was die ‚Wolf Schneider KI‘ kann. Da bist du genau richtig, um deine Texte und deine ‚Schreibe‘ zu verbessern. Denn wer will schon den 100sten ähnlichen KI-Text lesen?
Doris Schuppe • Der Beitrag KI smart nutzen: Wolf Schneider ‚in a box‘ erschien zuerst im Blog DoSchu.Com.
Du läßt deine Texte von einer KI schreiben? Kurz ein paar Fragen zur Reflexion:
- Fällt es dir zunehmend leichter oder schwerer, einen Text zu verfassen?
- Baust du Formulierungen der KI in deine Wortwahl ein, weil sie besonders eloquent wirken?
- Hast du das Gefühl, das Delegieren der Texte an die KI beflügelt dein Schreiben?
Ich lade dich mit diesem Beitrag ein, über einen anderen Weg der Nutzung von generativer KI für das Verfassen deiner Texten einzuschlagen.
Ganz besonders wenn dein Ziel ist, mit KI deinen Stil und deine ‚Schreibe‘ zu verbessern statt abzugeben. Denn das Schreiben an sich nimmt dir die gleich vorgestellte KI-Anwendung auf der Basis von Wolf Schneiders Schreibprinzipien nicht ab. Sie hilft dir durch Rückmeldungen aufmerksam für Sprache zu werden – und besser zu werden.
Übersicht KI smart nutzen: Wolf Schneider ‚in a box‘
-`ღ´-
Okay, aber wer ist dieser Wolf Schneider?
Wolf Schneider (1925-2022) war ein bekannter deutscher Journalist und Sachbuchautor. Er leitete lange Zeit die ‚Hamburger Journalistenschule‘, die inzwischen ‚Henri-Nannen-Schule‘ heißt. Schneider hatte einen prägenden Einfluss auf die deutsche Sprache im Journalismus. Unmittelbar durch die Gestaltung der Ausbildung von Journalist:innen an der Ausbildungsstätte. Und mittelbar mit seinen Büchern, mit denen er über die Hamburger Institution hinaus wirkte.
Auch ich habe sie fast alle gelesen, als ich mich dem Journalismus zuwandte. Denn in Wolf Schneiders Büchern fand ich konkrete Fingerzeige für einen verständlichen Sprachgebrauch, für eine klare Kommunikation. Wichtig für Nachrichten, Zeitungen, Pressemitteilungen und informierende Medien insgesamt.
Hier ein Beispiel für der Regel, möglichst kurze Worte zu wählen von Wolf Schneider:
Jenseits dieser Medien können seine Regeln gebrochen werden. Wenn es passt und verständlich bleibt. Schließlich darf Sprache auch immer kreativ sein.
Mir fällt da sofort der Krimiautor Wolf Haas ein. Der hat seinen besonderen Stil entwickelt, Sätze zu verkürzen, in denen trotzdem viel gesagt wird. Die Formulierungen, die er uns in seinen Erzählungen rund um den Hauptperson ‚Kommissar Brenner‘ schenkt – „quasi genial“.
Wenn ich es mir genau überlege: Eigentlich ist Wolf Haas‘ Stil die ultimative Anwendung der Prinzipien von Wolf Schneider. Der prangerte den in seinen Augen unnötigen Gebrauch von Fremdwörtern, Füllwörtern und komplizierten Satzkonstruktionen an.
-`ღ´-
Die deutsche Sprache liebt Schachtelsätze …
(Und nicht nur sie; wirst du gleich lesen.)
Deutsch Mittelstufe: Erinnerst du dich noch, was ein Schachtelsatz ist?
Das ist ein komplexes Gefüge von einem Satz, der aus gekoppelten Hauptsätzen und geschickt eingefügten Nebensätzen nur so strotzt.
Fällt dir ein Werk ein, das berühmt für einen derartigen Satzbau ist, der Sätze bietet, die sich gerne über mindestens eine Buchseite erstrecken? Deren erzählender Lauf durch mehrfache Einschübe und Bemerkungen in untergeordneten Nebensätze unterbrochen wird? Genau: Thomas Manns »Zauberberg« von 1924 – den hast du vielleicht auch gelesen.
Sehr lustig fand ich, dass ein bekannter Schriftsteller aus den USA die in Deutschland lange Zeit beliebten ‚Schachtelsätze‘ im 19. Jahrhundert kritisierte: Mark Twain (Schachtelsätze: Gefangen im Labyrinth der Autoren).
Ha! Twain hatte wohl noch nicht die französische Literatur studiert, denn Victor Hugo hielt mit einer Satzkonstruktion von 823 Wörtern in seinem Werk »Les Misérables« von 1862 den Rekord für den längsten Satz.
Und der irische Schriftsteller James Joyce kam 1922 in »Ulysses« mit einem Monolog von stattlichen 4.391 Wörtern in einem Satz daher! (siehe La frase más larga)
Richtig: Das Lesen solcher Werke ist anstrengend.
Es handelt sich jedoch um Romane, denen viel künstlerische Freiheit zuzustehen ist.
-`ღ´-
Alle Eventualitäten mitbeschreiben: Jura-Deutsch und schachtelige Amtstexte
Moment, nicht nur die gehobene Literatur liebt/e komplexe Satzkonstruktionen!
Als Studentin formatierte ich die juristischen Hausarbeiten von Jurastudierenden. Die juristische Sprache strotz vor komplexen Sätzen. Mit jedem Einschub wird eine mögliche Auslegung bedacht und bewertet. Da fiel mir oft in der Formatierung auf, dass irgendwie das Verb im Satzfluss verloren ging. Oder nicht mehr zu den handelnden Objekten im Hauptsatz passte.
Diese Sprache eignen sich die Studierenden der Rechtswissenschaften durch ihre Hausarbeiten an. Sie üben damit, in diesen juristischen Formulierungen zu denken. Manche konnten mir Satzänderungen aus dem Kopf zur Korrektur diktieren, besonders Stefan, was mich enorm beeindruckte. Und dann kennst du vielleicht auch diejenigen, die sich auch in Gesprächen mit Bekannten in diesem Sprachstil äußern, was sehr emotionslos daher kommen kann.
Noch ein Beispiel für so ein Jura-Deutsch in unserem Alltag?
Genau: Im ‚Kleingedruckten‘ von Produkten oder Online-Services – die Beschreibungen liest niemand gerne. Und neben der juristischen Literatur wie Gesetze, Gerichtsschriftsätze oder -urteile werden die Schachtelsatzliebe auch in der damit leider schwer verständlichen Amtssprache am Leben gehalten.
Ich schweife ab.
Zurück zu Wolf Schneider
Das ist dann der wesentliche Aspekt, den ich aus Schneiders Standardwerken übers Schreiben übernahm:
Sprache im Journalismus dient den Lesenden.
Wenn wir wollen, dass die Nachrichten und Inhalte unseres Artikels wirksam vermittelt werden, müssen diese klar und verständlich formuliert sein. Das gilt genauso für ein Blog oder für ein Buch, wenn ich das Ziel verfolge, komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln.
Was kann die ‚Wolf Schneider KI‘?
Diese KI-Anwendung ist mit den von Schneider beschriebenen Prinzipien vertraut und redigiert Texte. Das heißt sie überarbeitet eingegebenen Text mit den Empfehlungen und Richtlinien von Wolf Schneider. Dabei berücksichtigt sie die vorausgewählte Stilform des Textes, also beispielsweise ob es sich um eine Nachrichtenmeldung, eine Rede oder ein Essay handelt.
Hinter der Anwendung steht die ‚Reporterfabrik‘. Für die Umsetzung setzen sie über eine Schnittstelle auf dem Sprachmodell von OpenAI auf. Denn eine eigene KI aufbauen, trainieren, aktualisieren und bereitstellen ist ein kostspieliges Unterfangen.
Reporterfabrik? Was ist das denn?
Ich lasse sie sich selbst vorstellen:
„Die Reporterfabrik will helfen, die Öffentlichkeit zu qualifizieren: Sie vermittelt journalistisches Wissen und Handwerk an interessierte Bürger, sie macht die Arbeit der klassischen und sozialen Medien durchschaubar und Versuche der Desinformation erkennbar. (…) Die Reporterfabrik möchte zur Fortbildung von Journalisten beitragen, sie besser machen im Gebrauch der neuen digitalen Möglichkeiten der Recherche, des Erzählens, des Publizierens. Und sie möchte Journalistinnen und Journalisten ein neues Verhältnis zum Publikum näher bringen: Der Journalist wird auch zum Empfänger, der Leser und Zuschauer auch zum Sender. So kann eine redaktionelle Gesellschaft zum Vorteil aller entstehen – es geht um die Leser von morgen, um den Journalismus der Zukunft.“
Quelle: Über uns – Journalistenschule für jede und jeden
Super! Und ihre (kostenfreien) Workshops sind auf jeden Fall ein prima Angebot dafür.
Wie kann dir die ‚Wolf Schneider KI‘ helfen?
Diese Anwendung ist eine wohlmeinende Chefredaktion oder Lektorat für dich. Denn zu deinem eingegebenen Text begründet die KI Satz für Satz, warum sie vorschlägt, deinen Text zu verändern. Das ist so ein wertvolles Feedback, mit dem du dich verbessern kannst.
Als angehende Journalistin hat mir damals so ein Feedback am meisten weitergeholfen. Kam nur ein „Schreib den Artikel noch mal neu“ ohne weitere Hinweise, war es zum Verzweifeln.
Der Effekt ist die Verbesserung deines Stils. Ganz besonders, wenn das dein Ziel ist, statt auf ‚Chatty‘ zu vertrauen, wie viele ihre KI Chat-Anwendung bezeichnen.
Und vor allen Dingen: Kein Rätseln, ob eine KI einen Texte verbessert oder verschlimmbessert, weil sie
- deinen Stil nicht kennt,
- zu wenig Inhalte zu deinen speziellen Fragestellungen zur Verfügung hat,
- Jargon nutzt, der nach den Wahrscheinlichkeiten passt, vielleicht sogar richtig gut klingt, am Ende doch nur ‚KI-Sprech‘ ist.
KI-Sprech – was meine ich damit?
Wer Orwells Roman »1984« gelesen hat, kennt die darin vorgestellte künstliche Sprache »Neusprech«. In Erinnerung daran gebe ich dem Stil vieler generierter Texte das Label ‚KI-Sprech‘.
Denn ja: Im englischsprachigen Raum gibt es bereits eine Studie, die für den wissenschaftlichen Sprachgebrauch herausgearbeitet hat, wie typische Formulierungen in KI-generierten Texten inzwischen in der Vortragssprache der Wissenschaftswelt auftauchen.
Ein Beispiel ist das Wort ‚to delve‘ für das Vertiefen eines Themas:
„Up from 349 uses in 2020, ‚delve‘ appeared 2,847 times in 2023 and has already cropped up 2,630 times so far in 2024—a 654 percent increase.“
Scientific American
Im Englischen wären an dieser Stelle zur Verdeutlichung einer vertiefenden Betrachtung passendere Verben wie ‚deepen‘ oder ‚intensify‘ angebracht (siehe Merriam-Webster > deepen).
Denn ‚delve‘ ist ein Wort, das eher im geologischen Sinne verwendet wird und als Synonyme ‚excavate‘ (ausgraben), ‚dig‘ (graben) oder ’shovel‘ (schaufeln) aufweist (siehe Merriam-Webster > delve).
Typisches ‚KI-Sprech‘ hilft (aktuell noch) Lehrkräften und anderen, Texte zu erkennen, die von oder unter Mithilfe von KI erstellt wurden. So sind Sätze, die mit ‚abschließend‘ oder ‚zusammenfassend‘ starten, ein Kennzeichen für Phrasendrescherei der KI. Genauso das Verb ‚erkunden‘. Würdest du das im normalen Gespräch sagen oder im Blog schreiben: ‚Heute erkunden wir …‘. Merkst du, hm? Denn vielleicht sagst/schreibst du eher so was wie ‚Heute werfen wir einen Blick auf …‘. Oder ‚Wenn ich das jetzt mal zusammenfassen darf …‘ sowie ‚Lass uns das Thema abschließen, der Status ist …“.
Bei längeren Texten, die eine KI generiert, wirst du Formulierungen und besondere Wörter wiederholt lesen. Das kannst du in Übersetzungen erfolgreicher Bücher von US-Autor:innen erleben, die mit einem günstigen Service ein Buch in fünf Sprachen übertragen lassen. Im Deutschen liest sich das zunächst okay, aber nach und nach beschleicht eine das Gefühl, das habe ich doch schon mal fast genauso gelesen. Und Bingo! Fünf Seiten zuvor oder manchmal nur drei Absätze vorher findest du exakt die gleiche Formulierung. Sowas streicht dir das Lektorat im Buchmanuskript rigoros an.
-`ღ´-
Was ist so richtig cool an dem Tool ‚Wolf Schneider KI‘?
Nach dem Exkurs zu Sprache kommen wir zum Tool der Reporterfabrik zurück. Neben den bereits aufgeführten Vorteilen, finde ich das an der Wolf Schneider KI richtig smart:
- Du zahlst nur, was du brauchst • Du kaufst Pakete mit einer bestimmten Zeichenzahl und nur, wenn du die Überarbeitung von Texten benötigst, investierst du das Budget. Hier musst du keine monatliche Abogebühr zahlen, um dabei sein zu können.
- Du bist im Fokus • Hier geht es um die Verbesserung deines Textes. Keine Recherchen, keine Abschweifungen. Das Tool ist perfekt auf die Zielsetzung Textverbesserung ausgelegt.
- Du kannst sie kinderleicht nutzen • Die Oberfläche ist super einfach und verständlich:
- Bearbeitung auswählen
(Text verbessern • Überschriften • Teaser) - Textvariante auswählen
(Universal • Nachricht • Kommentar • Rezension • Reportage • Bericht • Essay • Erörterung (Schule) • E-Mail • Newsletter • Bewerbungsschreiben • Rede • Pressemitteilung) - Text einfügen
- Verbesserung erhalten
- Analyse laden anklicken, um zu lernen, warum die Wolf Schneider KI Textänderungen vorschlägt
- Bearbeitung auswählen
Fertig.
Für Absätze im Romanmanuskript »ALLES FAKE?! Mit Fiona generative KI entdecken« nutzte ich das Tool. Hier wählte ich als Textgattung ‚Universal‘ aus.




Bonus: Selber besser werden mit der ‚Wolf Schneider KI‘
Statt deine Textfähigkeiten auszulagern bekommst du Feedback, wie deine Texte klarer formuliert werden können. Wie du Passiv vermeidest und aktiver schreibst. Durch diese Erfahrung lernst du und trainierst deinen ‚Schreibmuskel‘.
Klar kannst du jetzt sagen: ‚Egal, ich mach in der Zeit, in der die KI meine Texte schreibt, etwas anderes.‘ Oder du trainierst eine KI-Anwendung darauf, in deinem Stil zu schreiben. Schau auf jeden Fall von Zeit zu Zeit auf die Texte, ob sie noch wirklich dich und deine Inhalte rüberbringen. Oder ob es ‚AI trash‘ ist, den andere nur noch wegwischen.
-`ღ´-
Links zu KI smart nutzen: Wolf Schneider ‚in a box‘
- Wolf Schneider in Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Schneider
- Unsterblich von Cordt Schnibben über Wolf Schneider https://reporterfabrik.org/news/unsterblich/
- Kurze Worte bleiben hängen mit Wolf Schneider https://youtu.be/Dj9fpmiVCgw
- Privatdetektiv Brenner-Serie von Krimiautor Wolf Haas bei Rowohlt https://www.rowohlt.de/buch/reihe/privatdetektiv-brenner
- Schachtelsätze: Gefangen im Labyrinth der Autoren bei A runde Sach https://arundesach.de/schachtelsaetze-gefangen-im-labyrinth-der-autoren/
- 4. Respuesta, la frase más larga bei Isabel Veiga López https://www.isabelveigalopez.com/4-respuesta-la-frase-mas-larga/
- WSKI Wolf Schneider KI https://reporterfabrik.org/wski-editor/
- Reporterfabrik https://reporterfabrik.org/
- Workshops der Reporterfabrik https://reporterfabrik.org/workshops/
- Neusprech aus George Orwells »1984« in Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech
- Chatbots Have Thoroughly Infiltrated Scientific Publishing in Scientific American https://www.scientificamerican.com/article/chatbots-have-thoroughly-infiltrated-scientific-publishing/
- Merriam Webster Dictionary & Thesaurus https://www.merriam-webster.com/
- KI-generierte Texte erkennen – so klappt’s bei Heise.de https://www.heise.de/tipps-tricks/KI-generierte-Texte-erkennen-so-klappt-s-10244739.html
- Vorsicht vor diesen häufigen Ausdrücken, die von KI-Modellen verwendet werden bei isgen.ai https://isgen.ai/de/blog/H%C3%A4ufige-Ausdr%C3%BCcke-die-von-KI-Modellen-verwendet-werden
Illustrationen: Titel DoSchu mit Canva & Canva KI • Screenshots Wolf Schneider KI (DoSchu)

Früher oder später endet man beim eigenen Custom GPT.
Und was der alles schreibt, selbst wenn er noch so optimiert ist, sollte niemals unredigiert rausgehen, wenn man gewisse Ansprüche hat.